Schwetzingen

Schlossplatz 9 International besetzte Gruppe besucht innerhalb des Austauschprogramms „Erasmus+“ die Stadt / Hospitation bei Susanne Störmer und ihrem Team

Lehrerinnen auf Stippvisite im Frauencafé

Stimmen- und Sprachengewirr herrscht immer beim Frauencafé in dem Räumen der Landeskirchlichen Gemeinschaft am Schlossplatz 9. Diesmal kam Besuch zum „Internationalen Frauencafé“ und dem vorher stattfindenden Deutschunterricht für Frauen: Ein Teil der Gruppe, die im europäischen Austauschprogramm „Erasmus+“ in Schwetzingen zu Gast weilt (wir berichteten), schaute vorbei. Die Mitglieder kommen aus Rumänien, der Tschechischen Republik, Ungarn und Polen.

Susanne Störmer, die das Frauencafé leitet, war begeistert: „Wir waren gestern gemeinsam im Sea-Life in Speyer, das war klasse.“ Doch von Anfang an: Seit Oktober 2017 gibt es eine Kooperation zwischen dem Frauencafé und der Soli-AG am Hebel-Gymnasium. Die Schüler übernehmen Betreuungsaufgaben für die Kinder der Frauen, die in den Deutschunterricht am Schlossplatz 9 gehen. Spielen, Malen, kleine Events gehören zum Programm, das Linh, An, Lena und Katharina, die bei der Freiwilligenagentur angemeldet sind, immer mittwochs von 15 bis 15.45 Uhr anbieten. In dieser Woche wurde Fasnacht gefeiert. Kostümierte Kinder übten Polonaise im Hof, um später über den Schlossplatz zu marschieren. Mit viel Spaß sind beide Seiten dieses interkulturellen Angebots bei der Sache, das ist Kindern und Betreuerinnen anzusehen.

Im EU-Programm „Erasmus+“ weilten 27 Schüler aus fünf europäischen Ländern in Schwetzingen, nahmen an Aktionen wie der Sammlung von Lebensmitteln für die Tafel „Appel + Ei“ oder dem genannten Ausflug teil. Ihr Aufenthalt stand unter der Fragestellung „Wie kann man soziales Engagement und schulisches Leben miteinander verbinden.“ Am Hebel-Gymnasium befasst sich die Soli-AG mit „Menschen in schwierigen Situationen“, da passte die Lebensmittelsammlung gut ins Bild und auch der Besuch bei den weiblichen Geflüchteten bringt Impulse zum Thema. Zudem sind die jungen Leute unterwegs zur „Freezone“, der Anlaufstelle für Kinder, die auf der Straße leben in Mannheim. Alle Schüler erarbeiten gemeinsam Referate unter der Überschrift „Flüchtlinge“, die sie intern einander vorstellen.

Beeindruckt von den Angeboten

Silvana Huber, Lehrerin und neben Kerstin Bellemann Mitkoordinatorin des Austauschs innerhalb von „Erasmus+“ am Hebel-Gymnasium, erklärte: „Viele der Schüler waren erstaunt, wie unterschiedlich die Aufnahmezahl und die Integrationsarbeit mit Geflüchteten im Ländervergleich ist.“ Das sei Inhalt eines Vorstellungsreferats gewesen, das die Situation in den jeweiligen Ländern skizzierte.

Die Lehrerinnen Éva Daboczyné Lenkefi (Ungarn), Ewelina Pawlowska (Polen), Alena Jandlová (Tschechische Republik) und Raluca Trandafir (Rumänien) schauten sich den Deutschunterricht an und erlebten danach das Frauencafé mit regem Austausch mit den geflüchteten Frauen und ihren ganz individuellen Biografien und aktuellen Alltagsgeschichten. Sie zeigten sich durchweg begeistert vom Engagement der Jugendlichen, aber auch von der Art des Deutschunterrichts. „Das und das Café sind sehr tolle Einrichtungen sozialen Engagements, wir haben vieles gelernt“, sagte Alena Jandlová auf dem Weg zur Polonaise der Kinder auf dem Schlossplatz beeindruckt.

Heute tritt die Gruppe ihre Heimreise an. Die Eindrücke aus Schwetzingen werden Nachhall haben, wie die Lehrerinnen versichern, denn im heimischen Unterricht werden die Schüler zu Multiplikatoren des Erlebten. Susanne Störmer ist froh über die Kooperation mit dem Hebel-Gymnasium: „Drei weitere Schüler kommen zum Hospitieren“, freute sie sich.

Einige der Hebelianer machen eine Mediatorenausbildung an der Schule und erhalten ein Zertifikat zu ihrem Sozialeinsatz, „für alle anderen suche ich nach einer Alternative, die offiziell deren Engagement beurkundet“, versprach Störmer. Zurzeit sind 46 Frauen im Deutschunterricht und für kommende Woche haben sich weitere sieben angemeldet, nennt Störmer einige Zahlen. „25 Kinder aus der Betreuung sind vom Zonta-Club ins Theaterstück ,Neues vom fliegenden Kamel‘ am 15. April im Lutherhaus eingeladen, nach unserem Ausflug nach Speyer die nächste größere gemeinsame Aktion.“ zesa

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