Schwetzingen

Evangelische Kirche Neben feierlichen Ostergottesdiensten wird ein besonderes Konzert angeboten / Eva Braunstein, Barbara Obert und Christian Schaefer begeistern

Leidenschaftliche Musik zur Passion

Archivartikel

Verabschiedung und Neubeginn bestimmten das Osterfest bei der evangelischen Kirche. Pfarrer Thilo Müller wurde dabei verabschiedet und Pfarrer Mathis Goseberg sowie Diakonin Margit Rothe wurden vorgestellt (wir berichteten). Neben den festlichen Gottesdiensten gab es auch ein wahrhaft exquisites Konzert in der Stadtkirche. Kirchenmusikdirektor Detlev Helmer empfing im gut besuchten Gotteshaus zu einer Stunde der Ruhe und innerer Einkehr.

In einem Programm mit geistlicher Abendmusik zur Passion vom Barock bis in die Neuzeit glänzten die Mezzosopranistin Eva Braunstein, Barbara Obert mit Oboe und Englischhorn sowie Kirchenmusikdirektor Christian Schaefer (Wiesloch) an der Orgel. „Passion“ beschreibt in anderen Sprachen überwiegend „Leidenschaft“, doch im Christentum bedeutet es das Leiden und Sterben Jesu, dem man am Karfreitag gedenkt und die Erinnerung erneuert, warum und für wen Jesus diesen schweren Gang zum Kreuz antrat. Jesus’ letzte Worte – „Vater, sie wissen nicht, was sie tun“ – könnte man auch als Schlüssel zur Erneuerung im Glauben der Menschen betrachten. Dieser Gedanke zog sich durch Texte der Liedbeiträge und wurde mit der „Elegie“ von Théodore Akimenko von Orgel und Englischhorn eingeleitet, wobei Barbara Obert und Christian Schaefer in musikalischer Harmonie den Leidensweg beschrieben. Der warme Mezzo von Eva Braunstein, mit dezenter Orgelbegleitung, erinnerte in der Komposition „Sehet, sehet, welche Liebe“ von Joseph Rheinberger an das Warum des Kreuzweges. Wie großartig Christian Schaefer die Orgel beherrscht, stellte er mit der „Toccata prima“ von Girolamo Frescobaldi unter Beweis.

Drei Werke von Bach

Zudem erklangen drei Kompositionen von Johann Sebastian Bach. Die Kantate und Arie „Mein Jesu, ziehe mich nach dir“, in der Eva Braunstein brillierte, aus der „Triosonate BWV 528“ das „Adagio und Vivace“, hinreißend interpretiert von Barbara Obert und Christian Schaefer, die das „O Lamm Gottes unschuldig“ mit einem fulminanten Finale enden ließen. Beinahe anbetend gesungen klang das „Panis angelicus“ von César Franck und das „Andantino“ von Camille Saint Saens wurde mit Orgel und Oboe hinreißend dargeboten. Mit dem „Dictum, Arie und Choral“ aus der Kantate „Siehe, das ist Gottes Lamm“ von Georg Philipp Telemann fand das Konzert einen exzellenten Abschluss. In einer Kirche zu applaudieren, birgt stets Hemmungen, doch das Publikum ließ, nach kurzem Zögern, seiner Begeisterung freien Lauf.

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