Schwetzingen

Stiftung Der Mannheimer Konzeptkünstler Kurt Fleckenstein überlässt den leuchtenden Schriftzug "Look" der Stadt / Im Dunkeln sind die beiden "o" animiert

Lichtinstallation am Blau-Museum darf bleiben

Sie ist blau, leuchtet im Dunkeln und die beiden Buchstaben "o" sind animiert. Die Rede ist von der Lichtinstallation "Look", die seit April an der Seite des Blau-Museums zu sehen ist. Nach Erteilung der städtischen Genehmigung ist nun auch klar: Der Schriftzug darf hängen bleiben und wird von dem Künstler Kurt Fleckenstein an das von Dr. Dietmar Schuth geleitete Museum gestiftet.

Der Schriftzug war im Zuge der Ausstellung "Im Wege stehend VI." anlässlich des Drais-Jubiläums 200 Jahre Fahrrad entstanden (wir berichteten).

Standort passt eher zufällig

Der ehemalige Landschaftsarchitekt Fleckenstein legt das Fahrrad dabei auf seine ganz eigene Weise aus. Er inszenierte die zwei "o" des englischen Wortes "look" (zu deutsch: schauen, gucken) als rollende Räder. Die Installation sieht der Künstler als spielerische Interpretation einer Reklametafel. Er setzt somit einen Alltagsgegenstand in einen neuen Kontext und macht ihn vielfach (neu-)interpretierbar. Der 68-Jährige möchte mit seiner Kunst irritieren und provozieren, erklärt er lachend, der Beobachter soll im ersten Moment denken "Was soll das?" und so zum Nachdenken angeregt werden.

Im öffentlichen Raum kam Fleckenstein auch der Gedanke für die Lichtinstallation. Zufällig sei ihm bei einem Einkaufsbummel das Wort "Look" begegnet, nämlich auf einer Werbeanzeige. Der Begriff inspirierte ihn zur Idee für sein Kunstobjekt, denn sofort habe er die mittleren Buchstaben, die beiden "o", als zwei Räder gesehen und so an das Fahrrad gedacht. Zusammen mit einem Danziger Experten für Leuchtreklame arrangierte Fleckenstein schließlich die technische Verwirklichung. Von der Idee bis zur Umsetzung seien dabei mehr als sechs Wochen verstrichen, erläutert der Kunstschaffende.

Mit dem Farbkonzept passt der blaue Schriftzug perfekt zu seinem jetzigen Standort, dem Museum Blau. Das war allerdings gar nicht die ursprüngliche Intention Fleckensteins. Zwei Farben seien ihm während der Konzeption des Projektes vorgeschwebt: Orange oder Blau. Die Wahl fiel schließlich auf letztere, da diese Farbe im Dunkeln schöner wirke, so der Künstler. Denn erst in der Dunkelheit kommt mit der bewegten Beleuchtung die Finesse der Leuchtschrift zum Tragen.

"Einen zufälligen inhaltlichen Zusammenhang zum Museumskonzept stellte ich erst bei der Standortsuche fest", erklärt Fleckenstein lachend. Den Ausstellungsort wählte er letztlich vor allem wegen dem grünen Ambiente der Pergola, die den Schriftzug rahmt. Ein schöner Hingucker im Stadtbild, der dank der großzügigen Schenkung des Künstlers nun erhalten bleibt. Übrigens: Auch der "Rennradfahrer" von Peter Nettesheim (Köln) und die "Drahtlinie" von Werner Bitzigeio (Winterspelt) - zwei werte Ausstellungsobjekte - bleiben in Schwetzingen. Diese hatte die Stadt erworben.

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