Schwetzingen

Im Gespräch Liedermacher Max Prosa ist zu Gast in „Ulis Wohnzimmer“ in der Wollfabrik

„Liebe ist doch ein Evergreen“

Archivartikel

Bei Ulrich Zehfuß im Wohnzimmer auf der Bühne der Wollfabrik gibt sich am Mittwoch, 29. Januar, ab 20 Uhr die aktuelle Generation der liederschreibenden Zunft die Ehre . Niveauvolles Entertainment und kabarettistischer Esprit treffen hier auf staunende poetische Tiefe. Neben dem Wuppertaler Ngolo Zerbo ist diesmal Max Prosa aus Berlin dabei. Der Berliner Singer und Songwriter zählt zur Speerspitze einer neuen und jungen Generation von Liedermachern, hat mittlerweile fünf Alben und eine Buchveröffentlichung im Gepäck, ist Musiker, Lyriker und Theaterautor. Wir haben vorab mit Max Prosa über seinen Auftritt, Intuition und sein Leben als Star gesprochen.

Sie spielen kein komplettes Programm bei Ulis Wohnzimmer – womit stellen Sie sich in Schwetzingen vor?

Max Prosa: Ich habe immer ein paar Geschichten zur Gitarre auf Lager und nach sehr vielen Konzerten die Freiheit, in den Momenten selbst zu entscheiden, was am besten passt. Sicherlich wird es ein bisschen was vom neuen Album sein, aber auch die alten Klassiker.

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Titel aus, die Sie bei solchen relativ kurzen Auftritten präsentieren?

Prosa: Intuition.

Gibt es Stücke, auf die Sie bei keinem Konzert verzichten mögen?

Prosa: Nein. Es gibt sicher einige, die ich immer wieder spiele. Nach einer Zeit müssen sie dann aber mal pausieren, sodass ich ihnen neu begegnen kann. Es sind komplexe Beziehungen zu den Liedern, fast wie zu Menschen.

Werden Sie auch in Schwetzingen als erstes „Die Suche“ spielen?

Prosa: Das weiß ich noch nicht und es kommt auch darauf an, ob es dort ein Klavier gibt. Das wäre dazu nötig.

Sie haben ihr Album „Mit anderen Augen“ unabhängig von einer Plattenfirma über Crowdfunding selbst finanziert. Was wäre anders geworden, wenn Sie noch unter Vertrag gestanden hätten?

Prosa: Es wäre komplizierter gewesen, mehr Leute mit verschiedenen kommerziellen Interessen wären involviert gewesen. Das tat der Musik in der Vergangenheit noch nie gut.

Sie haben mit „Selbstgespräche“ auch ein geheimes Album aufgenommen – was steckt hinter dem Geheimnis, warum dieser Status?

Prosa: Ich bin in der glücklichen Lage immer mehr Lieder zu schreiben als ich brauche. Manche passen zusammen und bilden ein Album. Manche vergesse ich mit der Zeit. Die „Selbstgespräche“ waren ein Mittel gegen das Vergessen. Ich habe es für mich gemacht, aber dann dachte ich: wieso nicht die Leute daran teil haben lassen, die es wirklich wollen. So ist das Album nur über meine Homepage zu finden und wird per Stempel handgefertigt und dann ausgeliefert.

Ihr Album endet mit dem Titel „Brüder und Schwestern“, indem es heißt, „Ich glaube daran, dass unser Licht die Welt verändern kann.“ Sind Sie grundsätzlich ein optimistischer Mensch?

Prosa: Ich denke schon, es ist ein idealistischer Beruf. Aber das hat nicht so viel mit dem Lied zu tun. Als ich bei den Klimademos war, habe ich die vielen Menschen gesehen und konnte nicht anders als daran glauben, dass sich die Welt verändert. Es ging nicht nur mir so, es war ein sehr besonderes Gefühl. Dazu musste ein Lied her.

Haben auch Liebeslieder Platz in Ihrem Programm in Ulis Wohnzimmer?

Prosa: Sicherlich, die Liebe ist ein echter Evergreen.

Bringen Sie ganz neue Stücke mit, die es noch nicht auf Platte gibt?

Prosa: Das ist gut möglich. Intuition ist immer für eine Überraschung gut.

Sie haben die Stücke für „Mit anderen Augen“ auf dem Klavier statt auf der Gitarre geschrieben – was hat das verändert?

Prosa: Ich weiß nicht was für Stücke heraus gekommen wären, wenn ich es anders gemacht hätte. Ich bin ein bisschen unbedarfter auf dem Klavier, immer mal kommt ein Akkord heraus, den ich nicht kenne und noch nie gespielt habe. Für einige der Kompositionen wie „die Suche“ war das sicherlich von Bedeutung.

Info: Wir verlosen 5 x 2 Tickets. Schreiben Sie bis Dienstag um 16 Uhr eine E-Mail mit Betreff „Max Prosa“ an sz-gewinnspiel@ schwetzinger-zeitung.de

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