Schwetzingen

Evangelische Stadtkirche Abschied von beliebtem Pfarrer

Lieblingslied für Mathis Goseberg

Von Maria Herlo

In einer feierlichen Atmosphäre sind am Sonntag die neuen Kirchengemeinderäte in ihr Amt eingeführt und Pfarrer Mathis Goseberg verabschiedet worden. Stimmungsvoll umrahmten Detlev Helmer am Klavier und an der Orgel sowie Frank Rinne am Saxofon den festlichen Gottesdienst in der evangelischen Stadtkirche.

Zunächst aber dankte Pfarrer Steffen Groß in seiner Ansprache den beiden ausscheidenden Kirchenältesten, Simone Hilbert und Manfred Walz, und würdigte ihre Arbeit: „Beide haben über Jahre hinweg ihre Zeit, Begabung und Kraft in den Dienst der Gemeinde gestellt und an vielen Entscheidungen mitgewirkt, die den Weg der Gemeinde geprägt haben“, sagte er.

Obwohl der neue Kirchengemeinderat schon im Dezember 2019 gewählt worden war (wir berichteten), ist es wegen der Corona-Pandemie erst jetzt möglich geworden, ihn ins Amt einzuführen. Aus den Worten des Apostels Paulus, die Gemeindediakonin Margit Rothe vorlas, konnte entnommen werden, wie die Gemeinde Jesu Christi geordnet und aufgebaut sein soll. Die Kirchenältesten sind nun berufen, „zusammen mit uns die Gemeinde zu leiten und dafür zu sorgen, dass das Evangelium verkündigt und Taufe und Abendmahl in rechter Weise gefeiert werden“.

Kirchengemeinderäte vorgestellt

Pfarrer Steffen Groß rief alle neugewählten Kirchengemeinderäte namentlich auf: Claudia Bertsch, Hanni Derr, Elfriede Fackel-Kretz-Keller, Andrea Hartmann, Holger Hamm, Günther Keim, Ulrich Kirchner, Inge Melkus, Kathrin Quast, Birgit Rehder-Metzen, Karin Sauer, Hanna Schwichtenberg, Birgit Vosskamp, Sibylle Wegner, Annemarie Zucker (hier in alphabetischer Reihenfolge). Dann fragte er: „Seid ihr bereit euren Dienst im Kirchengemeinderat dem Evangelium gemäß auszuüben, die Ordnungen der Kirche zu achten und dazu beizutragen, dass die Gemeinde im Glauben und in der Liebe wächst, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.“ Feierlich und geschlossen erwiderte der Kirchengemeinderat: „Ja, mit Gottes Hilfe.“

Nach dem Segen, den der Pfarrer Steffen Groß über alle Mitglieder des neugewählten Kirchengemeinderates austeilte, gab Gemeindediakonin Margit Roth bekannt, dass alle als Geschenk ein Büchlein über die Grundfragen des christlichen Glaubens mitnehmen dürfen, in dem festgehalten ist, „worauf es ankommt“, so auch der Titel dieses Buchs. Es ist „einerseits wegweisend, andererseits aber auch herausfordernd“. Auch Margit Rothe bedankte sich bei den Kirchenältesten, weil sie in Zukunft bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Danach wandte sich Steffen Groß an die Gemeinde, um den „Pfarrer im Probedienst“, Mathis Goseberg, zu verabschieden. Er habe in den letzten zweieinhalb Jahren in Schwetzingen viel Schwung und Ideen eingebracht, so Groß, „für beide Seiten war es eine spannende, gute Zeit, geprägt von gegenseitigem Austausch“. Mit Leidenschaft haben sie ein gemeinsames Ziel verfolgt, die Botschaft von Gottes Liebe unter die Leute zu bringen. Ob sie ankommt, das „haben wir nicht in der Hand, doch es immer wieder neu zu versuchen, das ist unsere Bestimmung“. Neben dem Segen und den guten Wünschen für die Zukunft überreichte ihm Margit Rothe im Namen der Kirchengemeinde ein Fotoalbum, das die Pfarrsekretärin Anke Scharf gestaltet hat. Darin sind viele Momente über die Zeit in Schwetzingen festgehalten.

Detlev Helmer und Frank Rinne brachten zudem Gosebergs Lieblingslied, „Schenk mir Gott ein rührendes Herz“, zu Gehör. Aus dem anschließenden kräftigen Applaus der Anwesenden konnte man entnehmen, wie sehr die Gemeinde diesen Abschied bedauert. Und wer Goseberg erlebt hat, der weiß, wie gerne er predigt und dass seine Predigten stets inhaltsreich sind, die zu Herzen gehen, aber auch den Verstand ansprechen.

In der Predigt am Sonntag stellte Goseberg seinen Traum von Kirche vor: Es soll eine Kirche sein, in der ganz verschiedene Menschen Gemeinschaft leben, die ganz nah bei den Menschen ist, die sich mutig, kreativ und innovativ auf den Weg zu ihnen macht, um sie für Gottes Liebe zu gewinnen. „Ich glaube fest daran“, so Goseberg, „dass sich dieser Traum von Kirche verwirklichen lässt, der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.“

Nachfolgerin steht fest

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Besucher bei einem Glas Sekt mit Goseberg ins Gespräch kommen und ihm einen guten Anfang an seiner neuen Wirkungsstätte in Heidelberg wünschen. „Seine Nachfolgerin ab 1. September steht schon fest“, verriet Pfarrer Groß gegenüber unserer Zeitung, „es ist Dr. Franziska Beetschen, sie stammt ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen und ist zurzeit Vikarin in Heddesheim.“

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