Schwetzingen

Lionsclub Schwetzinger spenden 5500 Euro an Hornhautbank der Augenklinik Heidelberg / Tausende Patienten warten auf Spenderorgane

„Löweneinsatz“ beim Kampf gegen das Erblinden

Archivartikel

5500 Euro hat der Lionsclub Schwetzingen der Hornhautbank der Universitäts-Augenklinik Heidelberg gespendet. „Wir werden das Geld in ein neues Mikroskop investieren“, sagte Professor Dr. Dr. Fritz Hengerer, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Universitätsaugenklinik Heidelberg.

Das Besondere an dem Mikroskop: Die Hornhäute werden so prozessiert, dass die Ärzte diese direkt für die Operation verwenden können. Denn: Immer mehr Menschen unterziehen sich einem Eingriff an der Hornhaut. „Von Januar bis April waren es in Heidelberg 40“, sagt Hengerer. Bis Jahresende werden es 150 sein – 30 mehr als 2017. Tendenz steigend, betont Professor Hengerer. In Deutschland werden jährlich mehrere Tausend Hornhauttransplantationen vorgenommen. Meistens sind es ältere Menschen, die sich einer Hornhaut-Operation unterziehen müssen, aber zuletzt wurden auch zwei Kinder operiert, sagt Hengerer.

Transplantationen helfen

Infektionen, Verletzungen oder angeborene Erkrankungen können die Hornhaut, das sogenannte Fenster des Auges, trüben oder vernarben. Auf der Netzhaut des Auges kann dann kein brauchbares Bild mehr entstehen. Da sich das Gewebe nicht selbst regenerieren kann, nimmt das Sehvermögen ab und der Patient kann erblinden. Diese Art der Erblindung ist die zweithäufigste nach dem Grauen Star. Doch sie ist eben mithilfe von Transplantation heilbar. Seit 1905 gibt es die Hornhauttransplantation – die bis heute erfolgreichste Transplantationsart. Einem Großteil der Patienten gibt sie das Augenlicht zurück. Die erkrankte Hornhaut wird dabei gegen die gesunde eines Spenders ausgetauscht. Eine Transplantation ist für viele Patienten die einzige Chance, nicht für immer zu erblinden. Der Bedarf an Hornhäuten liegt jedoch deutlich höher. Tausende von Patienten warten daher auf Spenderorgane, die ihre erkrankte Hornhaut ersetzen. Die Wartezeit beträgt oftmals etwa ein Jahr, jüngere Patienten müssen meist noch länger warten.

Fünf Anlaufstellen in Deutschland

Die Lions unterstützen seit Jahrzehnten den Kampf gegen das Erblinden und unterstützen über das Hilfswerk der Deutschen Lions den Aufbau und die Arbeit von Augen-Hornhautbanken. Mittlerweile gibt es in Deutschland fünf Lions-Hornhautbanken: in Düsseldorf, in Homburg/Saar, in Freiburg, in Würzburg und eben seit März 2015 an der Universitäts-Augenklinik Heidelberg. Aufgaben der Hornhautbanken sind: Hornhautspender zu finden, Transplantate zu entnehmen, Untersuchung der Transplantate im Labor, Konservierung und qualitätsgesicherte Bereitstellung für Hornhauttransplantationen. lc/mn

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