Schwetzingen

Kunst Skulptur am „Bellamar“ musste wegen Bauarbeiten weichen / Otto Mindhoffs Werk restauriert

„Luftrad“ und „Technoid“ wieder zurück

Das „Luftrad“ des Kieler Künstlers Björn Schülke steht wieder an seinem angestammten Platz, nachdem es den Bauarbeiten auf dem Gelände des „Bellamar“ für einige Zeit weichen musste, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Das Objekt erinnert an das Jubiläum „200 Jahre Zweirad“, das 2017 in Schwetzingen mit vielen Aktionen und Veranstaltungen begangen wurde.

Die Kunstaktion „Im Wege stehend VI.“, an der das „Luftrad“ teilnahm, fand ebenfalls zu Ehren der Erfindung der Drais’schen Laufmaschine statt. Das „Luftrad“ ist hoch oben auf einer grazilen Edelstahlstange befestigt. Durch die Anbringung eines Höhenruders, von Tragflächen mit Landeklappen und Propellern gibt das Readymade vor, ein funktionierendes Flugobjekt auf Fahrradbasis zu sein. Hiermit legt Björn Schülke bewusst eine Finthe, denn bei den Tragflächen handelt es sich um luftdurchlässige Gestänge, das Objekt ist folglich vollkommen flugunfähig.

Ursprünglichkeit erhalten

Wer sich bislang bei einem Besuch des Xylon-Museums gewundert hatte, das der „Technoid“ von Otto Mindhoff seit Anfang des Jahres verpackt auf dem Vorhof – dem so genannten Exerzierplatz – stand, hier ist die Auflösung: Das massive Objekt, das in den 1970er Jahren entstanden ist und vergangenes Jahr von Seiten der Stadt Schwetzingen angekauft wurde, wird aktuell restauriert. In enger Absprache mit Gudrun und Magnus Mindhoff sowie mit dem damaligen Assistenten von Otto Mindhoff, dem Mannheimer Künstler Gerd Lind, stellt Schiffsbauer Andreas Müller den aus Fiberglas bestehenden Objektkörper und die farbige Fassung authentisch wieder her.

Der „Technoid“, dessen Material damals die BASF spendete, war übrigens im Herbst 1978 im Pariser Centre Pompidou, auf der „Biennale internationale des Arts de la Rue“, ausgestellt. Mit der Plastik „Technoid“ erhielt das zentrale Motiv des bildnerischen Schaffens von Otto Mindhoff eine dreidimensionale Form. Er verkörpert die Begegnung von Mensch und Technik und deren Konfrontation im täglichen Leben. Hintereinander gestaffelte Köpfe befinden sich in maschinenartigen Konstruktionen, die das unausweichliche Ausgeliefertsein einer zunehmenden Technisierung versinnbildlicht. Das Objekt wird auch nach der Restaurierung vorerst an Ort und Stelle stehenbleiben, bevor es in einigen Jahren im Umkreis des neuen Museums seinen endgültigen Platz erhalten wird. zg

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