Schwetzingen

Bensheim Überraschung beim Fristende zur Bürgermeisterwahl

Manfred Kern einer von fünf Kandidaten?

Archivartikel

Bensheim/Schwetzingen.Überraschung kurz vor Ablauf der Frist: Um den Chefsessel im Bensheimer Rathaus könnte womöglich ein Quintett konkurrieren. Am Montagabend reichte mit Frank Richter ein weiterer unabhängiger Kandidat seine Unterlagen ein. Über den Bewerber ist bisher nichts Näheres bekannt. Die Liste mit den mindestens 90 Unterstützerunterschriften muss nun geprüft werden. Mit einem Ergebnis, ob er als fünfter Kandidat zugelassen wird, werde zeitnah gerechnet. Am Sonntag, 1. November, haben die rund 32 000 wahlberechtigten Bensheimer aber so oder so eine veritable Auswahl.

Bürgermeister Rolf Richter (CDU) will in seine zweite Amtszeit gehen, die dann Mitte Dezember beginnen würde. Gewählt sind die Rathauschefs generell für sechs Jahre.

Für Bündnis 90/Die Grünen tritt der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Manfred Kern aus Schwetzingen an. Der 62-Jährige ist kulturpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Stuttgarter Landtag, Steuerberater und vereidigter Buchprüfer mit einem eigenen Büro in der Spargelstadt.

Als unabhängige Kandidatin will Christine Klein die erste Frau werden, die in Bensheim die Verwaltung an höchster Stelle leitet. Die 65-jährige Kriminalhauptkommissarin im Ruhestand und Diplom-Verwaltungswirtin kann bereits auf eine lange kommunalpolitische Karriere und zwei Anläufe bei Bürgermeisterwahlen (2008 in Bensheim, 2013 in Zwingenberg) zurückblicken.

Der Jüngste in der Runde ist der 29 Jahre alte Stefan Stehle. Er wurde am Freitagabend von der FDP nominiert. Der Vorsitzende der HSG Bensheim/Auerbach arbeitet in Mannheim als Projektmanager. Bei den Liberalen engagiert sich Stehle seit 2016 im Vorstand.

Zweiter Urnengang wird erwartet

Wäre bei einem Duell Richter/Kern, wonach es lange Zeit aussah, der Stichwahltermin am 15. November nur ein Fall für die Statistik gewesen, kommt jenem Sonntag, es ist der Volkstrauertag in diesem Jahr, eine höhere Bedeutung zu. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Bensheimer erneut abstimmen müssen, ist mittlerweile deutlich gestiegen.

Dass in der größten Stadt des Kreises vier oder mehr Personen antraten, liegt ohnehin lange zurück. Lediglich bei der ersten Bürgermeisterdirektwahl in Bensheim 1996 war das Teilnehmerfeld noch breiter aufgestellt als jetzt. Vor 24 Jahren war auch die Wahlbeteiligung mit 59 Prozent am höchsten, danach ging es bis auf 45 Prozent (2008) bergab, bevor sich 2014 immerhin wieder 54,5 Prozent motivieren ließen, ihre Stimme abzugeben. Mit der Aufstellung 2020 verbindet sich die Hoffnung, mehr Wähler zu überzeugen, ihr Kreuz zu machen. An fehlenden Optionen sollte es nicht liegen.

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