Schwetzingen

Online-Konzert

Martin Orth bringt Musik in die Wohnzimmer

Schwetzingen/Region.Weltstars des Musikgeschäfts machen es auf ihren Instagram-Kanälen, der deutsche Sänger Mark Forster im Fernsehen, die Wollfabrik und andere Locations der Region bieten es an: Konzerte und Unterhaltung in Zeiten von Corona. Das war auch eine der ersten Ideen unserer Redaktion, Leser nicht nur zu informieren, sondern Menschen über die Zeitungsausgabe hinweg unterhalten zu wollen. Durch die Verordnungen können gerade auch viele lokale Künstler derzeit keine Auftritte, beispielsweise in Kneipen und Clubheimen spielen. Also: Spielen sie für ihre Fans eben online.

Der Schwetzinger Musiker Martin Orth macht den Anfang – und er war total begeistert von der Idee. „Klar bin ich dabei!“, sagte er auf eine entsprechende Anfrage. Am Samstag, 28. März, um 19 Uhr, ist eine Aufzeichnung mit Martin Orth auf der Internetseite dieser Zeitung zu sehen – bis Mitternacht. Es kann also jeder „Einschalten“ an diesem Abend, der mag. Der musikalische Tausendsassa spielt etwa eine halbe Stunden lang Covertitel und eigene Stücke. Doch wie geht es dem Kreativkopf derzeit selbst?

Martin, wie wirkt sich die Krise derzeit auf dein Leben aus – familiär und beruflich?

Martin Orth: Ich denke, die Krise wirkt sich nicht nur auf den Einzelnen aus. Wenn sie vorbei ist, werden wir eine andere Welt vorfinden. Hoffentlich eine etwas vernünftigere. Für mich persönlich bedeutet sie viel Zeit für meine Kinder und Arbeiten im Haus. Natürlich sind „normale“ Aktivitäten wie Spielplatzbesuche oder Proben mit der Band momentan nicht gegeben, was aber den Vorteil hat, sich auf wenige Aufgaben fokussieren zu können. Und ich glaube, das brauchen die Menschen jetzt. Etwas Ruhe. Beruflich kommen selbstverständlich auch Änderungen zum Vorschein. Gerade, da ich Physiotherapeut bin, bekomme ich die medizinische Seite mit, und da ich selbst direkt am Patienten arbeiten muss, gelten hierfür hohe Sicherheitsmaßnahmen. Auch wenn sich die Anzahl der Patienten momentan reduziert hat, gelten andere Verhaltensregeln. Sehr seltsames Gefühl, aber notwendig.

Wie sieht dein Alltag zurzeit aus?

Orth: Mein derzeitiger Alltag sieht so aus, dass ich vormittags arbeiten bin, dann nach Hause gehe und zusammen mit meiner Frau und den Kindern diverse Arbeiten in unserem Haus verrichte. Wir wohnen dort erst seit einem Jahr, da sind noch nicht alle Räume und der Garten fertig (grinst). Sonst genießen wir es, abends auf der Couch zu sitzen und endlich wieder eine Serie schauen zu können. Klingt in der Tat so, als hätte man ohne Krise nie wirklich Zeit füreinander, was mir mittlerweile sehr traurig erscheint.

Als lokaler Musiker bist du natürlich auch betroffen, Auftritte sind ja derzeit nicht möglich. Wie schwer trifft dich das finanziell?

Orth: Proben und alle Auftritte sind für die nächste Zeit abgesagt. Anstatt Proben halten wir „Telefonkonferenzen“ ab, um innerhalb der Band auf dem aktuellen Planungszustand zu bleiben. Sodass wir, wenn es wieder losgeht, voll up to date und motiviert sind. Finanziell trifft mich das zum Glück nicht mit voller Breitseite, da ich ja, wie erwähnt, Physiotherapeut bin. Das heißt, ich muss mich nicht völlig darauf konzentrieren, wie und wann ich welchen nächsten Auftritt spielen kann. Aber natürlich trifft das ganz viele andere Musikerkollegen. Meine Gedanken und besten Wünschen gehen an diejenigen, welche darauf angewiesen sind. Egal aus welcher Kunstform. Aber natürlich auch an die kleinen Betriebe. Ein guter Freund von mir hat eine kleine Firma und er weiß nicht, wie er diese Zeit überbrücken soll. So geht es vielen. Also sollten sich alle unterstützen, fair, vor allem beim Einkauf bleiben und die Regeln einhalten, damit die Zeit der Krise reduziert wird.

Was möchtest du den Menschen mit unserem „Online-Konzert“ mit auf dem Weg geben?

Orth: Musik ist schon immer eine Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen. Und genau das sollte das Ziel aller „Wohnzimmer- oder Streamingkonzerte“ sein. Und wenn man das Ganze dann noch mit einer Spendenaktion verbinden kann, ist doch alles gesagt und getan. Das möchte ich auch. Darauf kommt es im Leben an: auf Zusammenhalt, egal zwischen welchen Kulturen oder Ländern.

Was hast du für ein rund 30-minütiges Programm zusammengestellt?

Orth: Das Programm ist sehr entspannend und melodisch. Es sind zwei eigene Songs aus zwei Alben von mir dabei – „WaterSound“ und „Spektrum No1“. Der Rest sind persönliche Cover-Favoriten. Beim Anhören wird man merken, dass zwischendurch ein Chor ertönt. Dieser ist nicht nachträglich aufgenommen, sondern direkt über ein Effektgerät mit eingestreut. Also das, was gesehen und gehört wird ist 100 Prozent live (grinst). Ich hoffe natürlich, dass es den Menschen gefällt und sich einige an der Spendenaktion beteiligen. Vor allem aber: Bleibt gesund! 

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