Schwetzingen

Sänger stellt „Eine Kleinigkeit“ in Schwetzingen vor

Martin Orth komponiert ein Weihnachtslied

Wer Musiker Martin Orth in den sozialen Netzwerken einen Besuch abstattet, sieht, dass der Mann ordentlich kreativ ist. Normalerweise steht er mit den Bandkollegen von „K’lydoscope“ auf der Bühne oder ist solo unterwegs. Und obwohl der kurfürstliche Weihnachtsmarkt nicht stattfindet, muss Schwetzingen nicht auf Martin Orth und seine Musik verzichten. Im Gegenteil: Er hat sich für die Weihnachtszeit sogar etwas besonderes einfallen lassen.

Wir haben vor ein paar Monaten ein Interview geführt und gemeinsam ein Konzert in die Wohnzimmer gebracht. Wie ist es dir seither ergangen, Martin?

Martin Orth: Dieses Konzert hat mich sehr gefreut, denn die Einnahmen wurden für einen sehr guten Zweck gespendet – für die kleine kranke Johanna – dafür bin ich immer noch sehr dankbar. Seitdem ist es mit Livegigs logischerweise zwar stiller geworden, was mich natürlich nicht davon abgehalten hat, Musik zu schreiben und teilweise schon zu produzieren. Auch momentan stecke ich mit meinem Studio „MO Audio“ mitten in einer Auftragsarbeit, bei welchem ich mich auch selbst kreativ mit einbringen kann. Und natürlich laufen die Produktionen mit meiner Band „K’lydoscope“. Zwei kleine öffentliche Sologigs hatte ich zwischendurch auch. Aber mit der gesamten Band ist das eben nicht möglich. Auch Hochzeiten, auf denen ich gebucht war, wurden auf nächstes Jahr verschoben. Klar, sie sind nicht verloren, aber finanziell hätte das schon gut getan. Da heißt es einfach, weiter dranbleiben und an neuen, kreativen Ideen arbeiten. Stehen bleiben werde ich nicht – nur anders vorangehen.

Wer deinen sozialen Kanälen folgt, bist du nicht musikalisch „stumm“. Welche neuen Projekte hast du angegangen?

Orth: Wie oben erwähnt, gibt es Gott sei Dank Menschen, die ein Recording machen möchten. Auf diese Weise bleibe ich in der Tat nicht stumm und schaffe es, mich auch ohne Livegigs über Wasser zu halten. Meistens laufen ein paar Projekte parallel. Das aktuellste ist ein privater Auftrag, der ein Recording eines Metal-Coversongs beinhaltet. Zur eigentlichen Produktion darf ich hier auch die Keyboards und den Leadgesang beisteuern. Ein Projekt mit sehr großem Spaßfaktor. Vielleicht wird das auch der Öffentlichkeit irgendwann zugänglich gemacht. Aber das ist noch nicht spruchreif. Mein ständig begleitendes Projekt ist „K’lydoscope“. In der Corona-Zeit haben wir ein paar ältere, eigene Songs geremaked und zwei brandneue aufgenommen. Ab Ende Oktober starten die Mixing-Sessions bei mir im Studio. Das dritte und momentan das letzte Projekt für dieses Jahr ist mein Weihnachtslied, um das es hier geht. Ich bin also, glücklicherweise, gut beschäftigt.

Wie kommt man im Hochsommer bei fast 40 Grad auf die Idee, ein Weihnachtslied zu schreiben?

Orth: Nun, die Idee ein Weihnachtslied zu schreiben, stammt nicht aus diesem Jahr – obwohl er damals auch im Sommer geschrieben wurde. 2013 habe ich mich damit für den Weihnachtssong-Contest des SWR 1 aufgestellt. Dafür wurde ein halbes Jahr vorher aufgerufen, also begann ich mit dem Song. Leider wurde der Song nicht angenommen, was mir bis heute nicht ganz verständlich ist. Aber gut, über Musikgeschmack lässt sich nicht streiten und man sollte sich zurücklehnen und sich nicht beirren lassen.

Das hätte ja super zum Weihnachtsmarkt gepasst, der ja für Schwetzingen abgesagt ist. Wo wirst du das Lied präsentieren – schon Ideen?

Orth: Da nun dieses Jahr der Schwetzinger Weihnachtsmarkt ausfällt, findet ersatzweise diese Weihnachtsaktion über ein paar Wochen statt, bei der an mehreren Tagen, verschiedene Künstler an diversen Locations in der Stadt verteilt spielen werden. Zu dieser Aktion wurde ich vom Stadtmarketing eingeladen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich werde wie folgt spielen: Freitags, 4. und 18. Dezember, 17.45 bis 18.15 Uhr vermutlich auf dem Schlossplatz vor Palais Hirsch und 18.30 bis 19 Uhr vorm Lutherhaus. Und für diese Aktion wollte ich etwas Besonderes machen. Ursprünglich wollte ich ein brandneues Lied von mir, welches 2021 hoffentlich auf meiner zweiten EP released wird, unter die Leute bringen. Doch dann kam von meiner tollen Frau Tamara die Idee, dass ich doch besagtes Weihnachtslied dafür nehmen könnte. Das gefiel mir sehr gut. Somit wurde der Song wieder herausgesucht und komplett neu überarbeitet. Die Stimmen wurden neu eingesungen und ein paar neue Instrumente eingespielt. Ich hoffe und wünsche mir einfach, dass ich mit dieser „Kleinigkeit“ einen schönen Jahresabschluss für ein so verrücktes Jahr zu den Menschen bringen kann.

Und: Wie findet deine Familie den Song?

Orth: Dass Songs von mir gut ankommen, sehe ich immer an meinen Kindern. Denn gerade bei diesem Weihnachtslied singt meine Tochter Hanna lauthals mit und mein Sohn Adrian schließt die Augen und bewegt sich zur Musik. Und meine Frau betrachtet den Song als einen der schönsten Weihnachtssongs. Ganz objektiv, sagt sie (lacht).

Wie kommt man an den Song heran – und gibt es dahinter noch eine besondere Intension?

Orth: Und diesen Song möchte ich bei den genannten Terminen einerseits in physischer Form als CD verschenken, andererseits als Download für den Zeitraum der Schwetzinger Weihnachtsaktion kostenlos zur Verfügung zu stellen. Über welche Plattform müsste ich noch genauer ausarbeiten – Infos dazu folgen (lacht). Ich werde auch für Youtube ein Lyrics-Video erstellen, welches in besagtem Zeitraum abrufbar sein wird und dann erst wieder Ende 2021. Für eure Leser gibt es bereits hier.

Welches ist dein Lieblingsweihnachtslied – und warum?

Orth: John Lennons „So this is christmas“, weil es textlich niemals altert und immer, in jede Generation passt. Was leider recht traurig ist, aber immer wieder zum Grübeln anregt.

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