Schwetzingen

AfD-Stadtverband Sprecher Andreas Clewe wollte der GRN-Klinik Schutzmasken spenden, wurde aber von der Leiterin abgewiesen

Maskenspenden von Parteien unerwünscht

Archivartikel

Von einer Spende mit Hindernissen berichtet Andreas Clewe, der Sprecher des AfD-Stadtverbandes und Ersatzkandidat für die Landtagswahl. Adressat war die GRN-Klinik in Schwetzingen: „Bereits am 8. April (Bestellbestätigung liegt dieser Zeitung vor), also zu Spitzenzeiten von Corona, hatte ich bei Real online Schutzmasken bestellt. Als Liefertermin war der Zeitraum zwischen dem 15. und 28. April angegeben. Anfang Mai traf nur eine Teillieferung bei mir ein, die ich sogleich an eine hiesige Klinik übergeben wollte, mit der Ankündigung, dass noch weitere Masken folgen werden“, schreibt Andreas Clewe in einer Pressemitteilung an diese Zeitung.

Die Klinikleiterin sei am Telefon zunächst hocherfreut und dankbar ob der in Empfang zu nehmenden Masken gewesen. Schließlich sei überall zu hören gewesen, dass Masken fehlten. Aber dann: „Es wurde gleich ein Termin für die Übergabe am nächsten Tag fixiert, die Klinikleiterin wollte nur abklären, ob aus rechtlicher Sicht ein Foto von der Übergabe möglich ist. Nachdem ich bis zwei Stunden vor dem anberaumten Termin, den ich mir extra frei gehalten hatte, keinerlei Rückmeldung erhalten hatte, rief ich die Sekretärin der Klinikleiterin an, die mir eröffnete, dass just an diesem Morgen für den gesamten GRN-Verbund beschlossen worden sei, dass keine Spenden von Parteien oder Parteivertretern angenommen werden dürfen. Wohlgemerkt, keine 24 Stunden nach der Anfrage eines AfD-Vertreters. Die Wochen zuvor war wohl kein derartiger Beschluss gefasst worden“, so Clewe weiter, der dies als Zeichen dafür wertet, dass sich die Verweigerung gegen ihn und seine Partei richtet.

Clewe schreibt weiter: „Ich nahm das zur Kenntnis und bot zunächst der Sekretärin, die ohne Rückfrage an höhere Stelle meinte, ich solle die Masken doch gleich einer anderen Einrichtung spenden, und später per E-Mail der Klinikleiterin an, da ich ja auch ein Gewerbe betreibe, die Spende als Geschäftsmann vornehmen zu können, worauf die Antwort kam, dass auch von Geschäftsleuten, die in der Öffentlichkeit als Parteivertreter bekannt sind, keine Spenden angenommen werden und ich das bitte akzeptieren solle.“ Sein Schluss daraus: „Wenn eine Klinik auf 60 FFP2-Masken sowie 50 KN95-Masken im Wert von mehreren hundert Euro einfach so verzichten kann, kann die Not ja nicht groß sein.“ Und seine Wertung: „Der Schutz der Mitarbeiter und Patienten sollte eigentlich an erster Stelle stehen, egal wer spendet. Ich wollte etwas Gutes und Konstruktives tun, nachdem ich als AfD-Vertreter immer beschuldigt werde, nur kritisieren zu können und nichts Konstruktives zustande zu kriegen.“

Clewe findet, dass die Vertreter der Klinik wenigstens so ehrlich sein sollten, dass sie gar nicht bereit sind, etwas Konstruktives von einem AfD-Vertreter in Empfang zu nehmen. „Nachdem nun – nach mehrmaligem Nachhaken bei Real – vor ein paar Tagen der Rest der Masken bei mir eingetroffen ist, habe ich sie an eine andere Institution gespendet, ohne den Namen nennen zu wollen, um diese nicht in Verruf zu bringen“, schreibt Clewe und ist sauer.

Er finde es wichtig, diejenigen zu unterstützen, die an vorderster Front für die Gesundheit aller kämpfen und dabei oft ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen! Daher habe er ausschließlich FFP2- und KN95-Masken bestellt, damit die Mitarbeiter optimal geschützt seien. Er habe diese Spende aus seinem Privatvermögen gemacht. Erschüttert sei er über die langen Lieferzeiten der Masken, die wohl wirklich fast alle in China gefertigt werden. Deutschland solle alles daran setzen, Schlüsselindustrien einheimisch anzusiedeln, damit es zumindest bei lebensnotwendigen Dingen nicht abhängig vom Ausland sei.

Das sagt die Klinikleitung dazu

Klinikleiterin Katharina Elbs bestätigt das Ansinnen von Andreas Clewe. Im ersten Telefongespräch sei sie von einer Privatperson ausgegangen. Erst nach einer E-Mail sei ihr klar geworden, dass es sich um einen Vertreter einer Partei handle. Nach Rücksprache mit der Geschäftsführung aller GRN-Kliniken und der Pressestelle habe man sich dann darauf verständigt, dass „wir keine Spenden von Personen mit direkter und bekannter Parteiverbindung annehmen“, so Elbs. Dies werde GRN-weit so gehandhabt und gelte für alle Parteien und deren Vertreter, sagt sie dieser Zeitung. jüg/zg

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