Schwetzingen

Aufbruch 2016 Dr. Gunther Zimmermann zieht einen Vergleich zwischen dem „Atom-Staat“ in den 1970ern und dem „Hygiene-Staat“ heute

Maßlose staatliche Reaktionen auf zaghafte Demonstrationen

Archivartikel

Der „Hygiene-Staat“ war Thema auf der Sprecherratssitzung der Initiative Aufbruch 2016. Pressereferent Dr. Gunter Zimmermann erinnerte an das Buch des Publizisten Robert Jungk, „Der Atom-Staat“, das in den 1970er Jahren Diskussionen ausgelöst hatte. Eine zentrale These hätte gelautet, dass die Folge der Nutzung der Atomkraft ein Leben voller Verbote und Überprüfungen sei, heißt in einer Presseerklärung der Gruppe.

Ironischerweise habe schon Jungk behauptet, dass im zu erwartenden „Atom-Staat“ sich widersetzende Einzelne oder Gruppen gesiebt, zermalmt, ausgerottet, auf den Abfallhaufen der Geschichte geworfen, als rückständig angeprangert oder amputiert würden. Vier Jahrzehnte später sei es zum in jeder Hinsicht vergleichbaren „Hygiene-Staat“ gekommen, behauptet Zimmermann. An die Stelle der Strahlung sei das Virus getreten, an die Stelle der Furcht vor dem größten anzunehmenden Unfall (GAU) die Furcht vor der größten Seuche.

„Skeptische werden ausgesiebt“

Wie anderswo laufe es auch in Schwetzingen ansonsten nach dem Drehbuch Jungks: Sich skeptisch äußernde Individuen oder widersetzende Bürger würden „ausgesiebt“. Für die Richtigkeit dieser Aussage genüge ein Blick auf die Stigmatisierung der „sogenannten Corona-Leugner oder auf die maßlos überzogenen staatlichen Reaktionen auf zaghafte Demonstrationen widerspenstiger Bürger in Stuttgart oder Heidelberg“, so Zimmermann. Bei Jungk hätte es damals geheißen, Überwachung und Kontrolle würden über einen sehr langen Zeitraum hinweg das politische Klima prägen. Faktisch, so auch andere Sprecher der Bürgerinitiative, verblieben sowohl die „Corona-Pandemie“ als auch die Zahl ihrer Opfer im Bereich der normalen Lebensrisiken – vergleichbar der durch andere Epidemien und Krankheiten, so heißt es in der Pressemitteilung der Gruppe. Dennoch werde in einer noch nie da gewesenen Weise Angst und Panik geschürt. Sie seien die Elemente, die den im Werden begriffenen „Hygiene-Staat“ konstituierten.

Beispiel sei die „problematische Maskenpflicht, die auch in Schwetzingen nicht aufgehoben sei. Masken erinnern daran, dass nicht alles in Ordnung ist.“ Jeder Arzt betrachte es als ureigenste Aufgabe, seinen Patienten die panische Angst vor einer Krankheit zu nehmen. Die politischen Spin-Doktoren des „Hygiene-Staats“ handelten genau umgekehrt – auf Kosten der seelischen Gesundheit schürten sie die Todesangst.

Das Fatale sei, dass die Bürger auch noch zur staatlichen Bevormundung ihrer selbst applaudierten. Die Zustimmungswerte für die Regierung ließen erschaudern. Schon jetzt sei es so, dass die Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten nach Art eines im Grundgesetz nicht vorgesehenen päpstlichen Konsistoriums entscheide. Es kündige sich an, dass der „Hygiene-Staat“ zur Eindämmung des Virus viele Legislaturperioden brauche und vielleicht auch eine Wahl ausfalle, so Zimmermann: „Dass Seuchen eine Geißel der Menschheit sind, steht außer Frage. Dass sie auch ein Instrument zur Errichtung einer Diktatur darstellen, wird gerade in unserer Zeit entdeckt“, so Aufbruch 2016. zg

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