Schwetzingen

Grüne Dr. Andre Baumann besucht den Tafelladen „Appel + Ei“ / Spendenbereitschaft ist trotz Pandemie ungebrochen

Mehr Menschen geraten in finanzielle Not

Archivartikel

„Ich bin beeindruckt vom Angebot“, sagte der Landtagskandidat der Grünen Andre Baumann am Ende seines Besuches beim Tafelladen im Oktober zu Stefan Dugeorge, Referatsleiter des Caritasverbandes, und Norbert Holter vom Tafelladen „Appel + Ei“. “Die Arbeit, die dahinter steckt, das alles am Laufen zu halten, ist enorm – besonders im Moment, wo die Corona-Infektionszahlen steigen.“

Da zu diesem Zeitpunkt ein Treffen noch möglich war, informierte sich Baumann gemeinsam mit den Grünen Gemeinderätinnen Kathrin Vobis-Mink und Dr. Susanne Hierschbiel über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit des Tafelladens in der Schwetzinger Markgrafenstraße, heißt es in einer Pressemitteilung. Die ersten Veränderungen fielen schon vor dem kleinen Supermarkt auf: Wegen der coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen dürfen nur noch maximal drei Kunden gleichzeitig in den Laden. Dass alles nach den AHA-Regeln läuft, dafür sorgte an diesem Tag ein ehrenamtlicher Mitarbeiter, der den Einlass regelte und freundlich auf den Abstand achtete.

Drinnen im Laden waren die Regale immer gut gefüllt. Dafür sorgen Norbert Holter, der für die Akquise verantwortlich ist, und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Waren bei den spendenden Lebensmittelgeschäften abholen, sortieren und auffüllen. Baumann war beeindruckt von der Organisation, als er das Sortiment an Lebensmitteln, auch frischen Backwaren und Tiefkühlware, sowie Hygieneartikeln begutachtete, die hier zu günstigen Preisen verkauft werden. Sogar an Haustiere von Bedürftigen wird hier gedacht. Die Spendenbereitschaft ist trotz der Pandemie ungebrochen und so gibt es bisher keine Engpässe.

Im Hof des gegenüber liegenden Gebäudes wird Obst und Gemüse verkauft. Dabei legt die Marktleitung besonderen Wert darauf, immer frische und gesunde Lebensmitteln anzubieten. Im hinteren Teil des Hofes findet die Mülltrennung statt. Alle Verpackungen werden vorsortiert. Ein großer Arbeitsaufwand und auch ein Platzproblem, wie Baumann von Marktleiter Klaus Stürmer erfuhr.

Nach der Führung durch die Lager- und Büroräume fand ein intensiver Austausch über die derzeitige Situation statt, heißt es in einer zweiten Mitteilung. Etwa 1600 Menschen aus Schwetzingen und den Nachbargemeinden, darunter 500 Kinder, haben eine Berechtigungskarte für den Tafelladen.

Bedürftig wegen Kurzarbeit

Ob denn jetzt mehr Menschen kämen, wollte Vobis-Mink wissen. Und tatsächlich nehme die Zahl der Menschen mit finanziellen Problemen zu, so die Erfahrung von Dugeorge, Leiter des Caritasreferats „Soziale Dienste“. Baumann sieht diese Entwicklung ebenfalls mit Sorge. Dass Geringverdiener durch Kurzarbeit in finanzielle Not geraten, wollten die Grünen im Bund durch ein Kurzarbeitergeld Plus verhindern. Bereits im April brachten sie einen Antrag im Bundestag ein. Sie forderten, das Kurzarbeitergeld für kleine und mittlere Einkommen so zu staffeln, dass diese Menschen nicht auf eine aufstockende Grundsicherung angewiesen sind. Leider wurde der Antrag im Mai abgelehnt. Gerade im Niedriglohnbereich ohne Tarifbindung besteht Handlungsbedarf, so Baumanns Einschätzung.

Daher ist es für ihn von größter Wichtigkeit, dass die angekündigten Nothilfen so ausgestaltet werden, dass sie auch die Betroffenen wirklich erreichen. Und zwar schnell und unbürokratisch. Es komme darauf an, dass Bund und Land weiter aufeinander abgestimmte Förderprogramme durchführten, betonte Baumann. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter aufgehe. zg

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