Schwetzingen

Mir sinn kää Schwoowä

Archivartikel

Kürzlich fragten sie im Radio nach dem schönsten Wort, das die Hörer in ihrem Dialekt kennen. Denn schließlich nähme das Dialektsprechen immer mehr ab und das sei doch schade. Gerade im Urlaub macht es immer besonderen Spaß zu erraten, woher der Nachbar am Tisch oder gegenüber denn kommen möge. Das geht natürlich nur, wenn sein Slang auch zu hören ist.

Grob betrachtet ist das gar nicht schwer: bayerisch, fränkisch, berlinerisch, sächsisch, das erkennt jeder. Im Prinzip ist auch saarländisch, schwäbisch, hessisch, alemannisch und natürlich pfälzisch gerade für den Badener und insbesondere Kurpfälzer leicht zu bestimmen. Ich versuche es – oft zum Leidwesen meiner Frau – dann noch geografisch genauer herauszufinden und freue mich wie Bolle, wenn es stimmt. Ich frag’ auch immer nach. Zum Beispiel bei dem Pforzheimer am Nebentisch in der Klosterbrauerei, dem Alzeyer an der Kasse zur Breitachklamm oder dem Wiener beim Brauchtumsabend.

Umgekehrt scheint es schwieriger zu sein: „Und Sie sind bestimmt aus Schwaben?“, hörte ich und bekam sofort gefühlt Ausschlag und eine geballte Faust in der Hosentasche. Doch man bleibt ja freundlich im Urlaub. „Nein, nein aus der Nähe von Heidelberg“, erklärte ich, um dann zu hören: „Ist das nicht in Schwaben?“ „Nää, du dappedi Orschel, du Hannebambl, du Tranfunzel, mir sinn Kurpälza, vunn mir aus aa Pälza, allenfalls noch Badener, awwa ums Verrecke kää Schwoowä“ – hätte ich gerne geantwortet.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional