Schwetzingen

Mit zwei sind sie zum Fressen

Archivartikel

Werner Schilling über ein Erlebnis im Einkaufsmarkt

Die junge Mutter vor mir an der Kasse hat ihre liebe Mühe mit ihrem kleinen Sohnemann. Der etwa fünfjährige Jasper tritt abwechselnd der bösen Mama ans Bein und dann an den gut gefüllten Einkaufswagen. In diesem fehlt offenbar ein vom quirligen Blondschopf gewünschter Artikel. Als ich das beobachte, wird mir klar, warum das rund um das Transportband an den Kassengängen platzierte Sortiment „Quängelware“ genannt wird.

Als Jasper wieder seinem Jähzorn freien Lauf lässt, kann ich mir einen Kurzkommentar nicht verkneifen: „Ist wohl gar nicht gut gelaunt, der Junge oder müde.“ Die genervte Mutter guckt beim Auflegen ihres Einkaufs auf das Band zu mir hoch und meint: „Ich befürchte beides!“ Als die Frau sich wieder aufrichtet, Jasper liebevoll am Arm nimmt und zu beruhigen versucht, lässt sie locker grinsend einen Ausspruch los, den ich zuvor schon mal irgendwo gehört hatte, aber nie so etwas von zutreffend: „Mit zwei Jahren sind sie zum Fressen, und jetzt fragt man sich manchmal, warum hat man’s nicht gemacht!?“ Und Jasper scheint den Sinn zu verstehen und stellt überraschend das Treten ein. Frei nach dem Motto „Der Kleinere gibt nach!“ Klug war nämlich der sanfte Handstrich der Mama, die wohl wusste, dass sich der Zornige schon wieder einkriegt.

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