Schwetzingen

Mittagessen mit Nachhalt

Gert Häusler über Spitzenreiter und Evergreens in deutschen Kantinen

Zu viel Zucker, Fette und Salz in Fertiglebensmitteln sind laut Julia Klöckner, Ministerin für Ernährung und Landwirtschaft, eine Ursache für die Übergewichtigkeit von 62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen. Aber auch schon 15 Prozent der Kinder sind übergewichtig und so ebenfalls der Gefahr ausgesetzt, langfristig chronische Erkrankungen wie Herz-Kreislauf und Diabetes zu bekommen. Die schädlichen Auswirkungen von Fertigpizzen, Chips und ähnlichen Schnellgerichten zu begrenzen, ist Ziel einer Selbstverpflichtung der Ernährungsindustrie in einer „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“, einer sicher notwendigen Aktion.

Was wir an Fertiglebensmitteln zu uns nehmen, ist aber nur ein Teil unserer „Nahrungsaufnahme“. Viele Berufstätige, Schüler und Studenten essen mittags in Kantine, Casino und Mensa. Betrieben werden sie durch eigene Mitarbeiter in Küche und Service oder durch spezialisierte Catering-Firmen. Bei den Speiseplänen gibt es seit Jahren eine bundesweite Hitparade, aber auch regionale Champions. National sind dabei die „Currywurst mit Pommes“, „Schnitzel mit Bratkartoffeln“ und „Spaghetti Bolognese“ unangefochten auf den ersten Plätzen.

Daneben gibt es inzwischen häufiger Salattheken und eine Auswahl vegetarischer Gerichte. Meist schaffen sie es aber nicht in die Nähe der Spitzenreiter. Spezielle Vorlieben findet man noch in Firmen oder Regionen. So ist VW nicht nur bekannt für seine Autos, sondern – unter Insidern – auch für seine Currywurst. In einer eigenen Fabrik auf dem Werksgelände werden pro Jahr zirka sieben Millionen Stück hergestellt und die Änderung der Soßenrezeptur hat vor einigen Jahren zu heftigen Diskussionen in der Belegschaft geführt. Inzwischen wird die VW-Wurst sogar über ausgewählte Händler vertrieben. Das in schwäbischen Landen immer hitparadenverdächtige Nationalgericht „Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle“ wird im Norden und Westen wahrscheinlich auf ebenso geringe Nachfrage treffen wie das Kultgericht aus dem Norden „Grünkohl mit Pinkel“ in einer Stuttgarter Kantine.

Die mittägliche Mahlzeit ist in vielen Firmen ein sehr wichtiger Beitrag zum Betriebsklima. Wenn dann mit dem saarländischen Motto der Zufriedenheit „Hauptsach gudd gess“ auch noch die gesunde Ernährung mit bedacht wird, ist das eine feine Sache.

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