Schwetzingen

Umfrage Meinungen zum Bußgeld der Maskenpflicht gehen auseinander / Bis zu 250 Euro Strafe

Mittelweg gewünscht: „Das ist einfach zu viel“

Archivartikel

Unser Alltag hat sich verändert. In der Bahn, beim Einkaufen oder im Restaurant: An all diesen Orten muss eine Maske unser Gesicht bedecken. Gegen die Verbreitung des Coronavirus und besonders für den Schutz der Risikogruppe. Wer diese Regel ignoriert, wird bestraft.

In Baden-Württemberg müssen betroffene Personen zwischen 100 und 250 Euro zahlen. Im Bußgeldkatalog des Landes steht zudem: „Im Wiederholungsfalle kann eine Geldbuße von bis zu 25 000 Euro verhängt werden. Wird durch eine Handlung gegen mehrere Tatbestände verstoßen, so ist die Geldstrafe angemessen zu erhöhen.“ Diese Summe ist allerdings nur bei vorsätzlicher Tat gegeben. Handelt eine Person fahrlässig, so wird die Geldstrafe halbiert, heißt es dort.

Die Meinungen zu dieser hohen Summe könnten bei den Bürgern unterschiedlicher nicht sein: „Im Auto habe ich immer zwei Masken liegen. Es ist schon ok, dass ich sie anziehen muss. Das ist ja nicht ein Leben lang. Für Rentner oder Arbeitslose ist dieser Betrag aber einfach zu hoch. Da ist doch dann fast das komplette Monatseinkommen weg. Das ist Geldmacherei“, sagt der 60 Jahre alte Kemal Ertugrul aus Plankstadt.

Kontrolle überall möglich?

Marc Tumm aus Schwetzingen sieht das anders: „Wenn die Verfügbarkeit da ist – Masken also nicht ausverkauft sind – dann finde ich die Strafe prinzipiell in Ordnung. Man kann aber niemanden bestrafen, wenn die Masken überall ausverkauft sind. Ich frage mich nur, wer das wirklich flächendeckend kontrollieren kann. Das ist einfach schwierig“, sagt der 35-Jährige.

Auch Gaby U. aus Waghäusel, die zu Besuch auf dem Schlossplatz ist, findet bis zu 250 Euro für einen Verstoß angemessen. „Ich finde auch die Demonstrationen dagegen unter aller Sau. Wir müssen uns jetzt einfach alle mit einer Maske schützen und je mehr sich daran halten, umso schneller können wir alle wieder ohne Maske leben“, sagt die 67-Jährige.

Monika Z. sieht allerdings auch die andere Seite: „Die Maske schränkt schon sehr ein. Man bekommt nur wenig Luft und je älter die Menschen sind, umso belastender ist es. Das ist aber trotzdem kein Grund, sie wegzulassen. Ich bin sowieso gespannt, wie es während der kalten Jahreszeit wird“, sagt die 74-jährige Schwetzingerin.

Aydan Aksoy aus Reilingen findet die Strafe gut – die Höhe allerdings nicht: „Das ist einfach zu viel. Man könnte einen Mittelweg finden, etwa 50 Euro, das würde die Mutwilligen auch schon abschrecken“, erklärt die 22 Jahre alte Frau. Und Geringverdiener oder Rentner würde diese Summe dann nicht an die Existenzgrenze bringen.

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