Schwetzingen

Nachruf Heinz Ackermann ist nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren verstorben / Der Motor der Freien Wählergruppe

Modehändler, Stadtrat und Familienmensch

Vermisst wurde Heinz Ackermann schon in den vergangenen vier Jahren, in denen er sich ganz in die Privatheit zurückgezogen hatte, eine schwere Krankheit ihn zuletzt pflegebedürftig gemacht hatte. Da konnte er genau das spüren, was er immer so sehr wollte, eine Familie, die in schweren Stunden zusammenhält. Jetzt ist Heinz Ackermann im Alter von 82 Jahren verstorben. Vorbei die Zeiten, als er morgens durch die Innenstadt lief, mit einem Lächeln jeden grüßte und eine kleine Plauderei anstimmte, bei der er gerne mal nachfragte, wie denn der Herr Redakteur die Lage bei der oder jener bevorstehenden Gemeinderatsentscheidung einschätzt.

Heinz Ackermann hat auf vielen Ebenen in dieser Stadt eine wichtige Rolle gespielt. Natürlich beim Modehaus Bräuninger, dem wohl ältesten Handelsgeschäft Schwetzingens, dessen hundertjähriges Jubiläum er noch mit großem Spaß nach gelungenem Umbau feiern durfte. Vor allem aber sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement hatte schon Anfang der 1970er Jahre begonnen. Ackermann saß ab 1983 rund 26 Jahre im Stadtrat, war Bürgermeisterstellvertreter, Fraktionssprecher und Stadtverbandsvorsitzender der Freien Wähler, einer der Protagonisten, als es 1997 zur Abspaltung des SWF kam. Das sah er inzwischen versöhnlich und machte den Nachfolgern Mut für die Wiedervereinigung der Wählergruppen. Im Gewerbeverein wirkte er 26 Jahre im Vorstand, meist als Vorsitzender. Viele der Feste, die es heute noch gibt, hat Ackermann erfunden. Er wusste, der Handel muss sich immer was einfallen lassen, so den Spargelsamstag.

Vorbildlich war sein Einsatz für die Städtepartnerschaft mit dem französischen Lunéville, vor allem für das dortige Kinderheim Méhon, für das er mit seiner Frau Lore über 25 Jahre lang Spendenfahrten organisierte – mehr als 1500 Kinder kamen an Weihnachten in den Genuss eines Geschenks aus Schwetzingen. Als ehrenamtlicher Richter am Land- und Arbeitsgericht, für den Einzelhandelsverband und bei der Industrie- und Handelskammer war er tätig, und als Mitglied und Förderer in unzähligen Vereinen beliebt.

Der Trauergottesdienst findet am Mittwoch, 16. Oktober, um 10 Uhr in St. Pankratius statt, die Beisetzung anschließend auf dem Friedhof.

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