Schwetzingen

Gewalttat Im Ostpreußenring hat wohl eine Frau ihren Mann erschlagen / Richter erlässt Haftbefehl wegen des Verdachts auf Totschlag

Motiv der Tat ist weiterhin völlig schleierhaft

Eigentlich sieht im Ostpreußenring alles ganz friedlich aus: Müllwerker leeren die grünen Tonnen, die Oma geht mit dem Enkelchen im Buggy spazieren, auf einem Balkon wird Wäsche aufgehängt, von einem anderen leuchten die Geranien in schönstem Spätsommerrot.

Nichts deutet auf den ersten Blick darauf hin, dass es in dieser Straße in der Nacht zum Feiertag zu einem Gewaltverbrechen gekommen ist. Im vorletzten Hauseingang in dem viergeschossigen Block liegt die Wohnung, in der eine 53-Jährige ihren Ehemann (55) mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen haben soll (SZ berichtete gestern kurz).

Tatwerkzeug sichergestellt

Nur ein blauer hoher Lieferwagen gehört hier nicht her – es ist ein Fahrzeug der Kriminalpolizei, die gestern in der Wohnung noch weitere Spuren sicherte und ermittelte, wie es zu der Gewalttat kommen konnte. Ein mögliches Tatwerkzeug wurde von den Beamten noch am Tatort sichergestellt.

Die dringend der Tat Verdächtigte selbst hatte noch in den frühen Morgenstunden des Mittwochs die Polizei telefonisch darüber informiert, dass sie ihren Mann wohl erschlagen habe.

Sie ist von den direkt anrückenden Schwetzinger Polizeikräften noch in ihrer Wohnung im Ostpreußenring angetroffen worden. Die sofortige Festnahme sei insgesamt sehr unspektakulär erfolgt, bestätigt die Polizei, so dass selbst einige Nachbarn erst durch die Berichterstattung unserer Zeitung auf das Gewaltverbrechen in der Wohnanlage aufmerksam geworden sind.

Beschuldigte räumt die Tat ein

Die mutmaßliche Täterin wurde gestern am Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Frau räumte vor dem Landgericht die äußeren Umstände der Tat im Wesentlichen ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft.

Das Gericht erließ deshalb nach einer umfassenden Befragung der 53-jährigen Frau Haftbefehl gegen die Beschuldigte. Der Vorwurf gegen sie lautet – wie kaum anders zu erwarten: dringender Verdacht des Totschlags.

Das Motiv der Gewalttat ist allerdings trotz der intensiven Befragung der mutmaßlichen Täterin noch vollkommen unklar und bleibt deshalb Gegenstand von weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und des Kriminalkommissariats Mannheim.

Gestern Abend wurde die Beschuldigte zur Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. In der Schwetzinger Nordstadt herrscht derweil wieder Ruhe.

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