Schwetzingen

Pfaudler-Areal Bau einer Brücke wird durch ein Ingenieurbüro geprüft / Direkten Weg in Richtung Bahnhof ermöglichen

Neue Anbindung an die Innenstadt?

Eine Bahnbrücke könnte das neue Wohnquartier auf dem Pfaudler-Areal in der Oststadt über den Bahnhofsbereich barrierefrei und direkt mit der Innenstadt verbinden. Jedenfalls hat der Gemeinderat beschlossen, dass die Stadtverwaltung die Ingenieursgesellschaft Schüßler-Plan mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur „Planung und Realisierung einer Fuß- und Radfahrbrücke“ beauftragen soll.

„Eine Radwegeverbindung wird grundsätzlich für dieses Areal wichtig sein“, schickte Oberbürgermeister Dr. René Pöltl voraus und ergänzte: „An dieser Stelle wird es noch komplizierter, wenn noch mehr Verkehr durch das neue Wohngebiet hinzukommt. „Wir können die Südtangente nicht noch stärker belasten.“ Das spreche für eine Radbrücke, zumal es dafür auch Förderprogramme des Bundes gebe und der Pfaudler-Investor sich möglicherweise beteilige. Die Ratsmitglieder sprachen sich alle dafür aus. Bei einer Investition in Millionenhöhe brauche man absolut verlässliche Informationen eines Fachbüros, meinte Elfriede Fackel-Kretz-Keller (SFW). Josef Walch (Grüne) wünscht sich eine „herausragende gestalterische Leistung“. Für Sarina Kolb (CDU) macht die Investition in eine Machbarkeitsstudie nur dann Sinn, wenn das Projekt auch politisch gewollt ist. Robin Pitsch (SPD) sah die Vorteile eines direkten Zugangs zum Bahnhof und damit zum ÖPNV. Werner Zieger (Die Linke) wies auf das Thema Inklusion bei der Planung der Brücke hin. OB Pöltl meinte dazu, dass es wahrscheinlich nicht ohne Aufzüge gehen werde: „Aber dann wird’s knackig teuer.“

Als Einziger stimmte Haydar Sahin (Aktive Bürger/ABS) gegen den Auftrag. Dazu erreichte uns eine kritische Stellungnahme des ABS-Vorstands, der den Sinn der Brücke infrage stellt: „Nimmt man die Vorschriften der Landesbauordnung zur Hand, kommt man schnell auf eine Rampenlänge von 127,50 Metern. Selbst wenn man die Rampe anstatt einer Gerade als Wendelung bauen würde, hätte man auf beiden Seiten der Gleise einen Klotz von etwa 15 Meter Durchmesser.“

Ironisch schreibt ABS-Sprecher Dieter Goldschalt, dass man mit der Brücke einen „großen Umweg von etwa 100 Metern über die Südtangentenunterführung vermeidet, aber nur wenn man die Länge der beiden Rampen nicht beachtet“. Die Ausgabe von 100 000 Euro für die Machbarkeitsstudie zeige jedenfalls „den verantwortungsvollen Umgang mit den Geldern der Schwetzinger Bürger“, so Goldschalt. ali

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