Schwetzingen

GRN-Klinik Positive Bilanz nach sieben Monaten der generalistischen Pflegeausbildung – auch dank der Koordinatoren

Neues Modell ein voller Erfolg

Archivartikel

Kurze Wege, gute Kommunikation und geringe Hürden für angehende Pflegekräfte: Mit diesen Zielen hat die GRN Gesundheitszentren Rhein-Neckar gGmbH mit der obligatorischen Umstellung auf die generalistische Pflegeausbildung auch Ausbildungskoordinatoren für Pflegeschüler ins Leben gerufen – als Mentoren und direkte Ansprechpartner. Ein gutes halbes Jahr nach Einführung dieses Modells ziehen GRN-Geschäftsführer Rüdiger Burger und Christina Kobylinski, Leiterin Qualitätsmanagement und Pflegeentwicklung, in einer Pressemitteilung eine erste, durchaus positive Bilanz.

„Für die gesamte GRN waren die ersten Monate der Generalistik ein voller Erfolg“, sagt Projektleiterin Christina Kobylinski. Sie war zuständig für die Umsetzung des Pflegeberufegesetzes und sorgte mit viel Einsatz dafür, dass interne Strukturen geschaffen wurden, um die GRN-Einrichtungen rechtzeitig auf die Umstellung vorzubereiten. In die Karten spielte der Projektleiterin dabei, dass die GRN bereits zahlreiche der geforderten Einsatzbereiche in der Pflege abdeckt: darunter den Einsatz in der stationären Akutpflege in der Klinik, in der stationären Langzeitpflege in den Heimen sowie dank Kooperationsverträgen in der ambulanten Pflege.

Im April starteten bei den GRN bereits 19 Auszubildende mit dem neuen Modell. Im zweiten Ausbildungshalbjahr im August und Oktober begannen mit 54 Auszubildenden sogar fast dreimal so viele Menschen in den Kliniken und Pflegeheimen der vier GRN-Standorte des Rhein-Neckar-Kreises ihre Lehre.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, wurden die Ausbildungskapazitäten erweitert. So stellt die GRN auch in Zukunft sicher, dass jeder Auszubildende seinen Pflichteinsatz in den fünf Versorgungsbereichen der Pflege entweder intern oder bei einem Kooperationspartner der GRN absolvieren kann.

Schlüsselpositionen geschaffen

Die Gründe für die positive Entwicklung liegen aus Sicht der Projektleiterin vor allem in der Schaffung neuer Schlüsselpositionen. „Der wohl wichtigste Meilenstein war die Etablierung von Ausbildungskoordinatoren an unseren Standorten“, erklärt Kobylinski überzeugt. Diese „wichtige strategische Entscheidung der Geschäftsführung“ habe maßgeblich dazu beigetragen, das Projekt in so kurzer Zeit stemmen zu können. „Ausbildung ist keine One-Man-Show. Gutes Teamwork ist die wichtigste Voraussetzung“, findet sie.

Insgesamt neun Ausbildungskoordinatoren der GRN, in dieser Funktion in Teilzeit tätig, verteilen sich jeweils dezentral auf die vier unterschiedlichen Standorte und verfügen allesamt über praktische Pflegeerfahrung. Zum Teil sind sie selbst auch Praxisanleiter, die den Auszubildenden die Ausbildungsinhalte unter fachlicher Anleitung praktisch vermitteln.

Sie sind nun für eine Vielzahl von Themen zuständig: vom Recruiting von Nachwuchs-Fachkräften durch Messen und gezielte Schulaktionen über Bewerbungsverfahren bis hin zur konkreten Einsatzplanung der Pflege-Auszubildenden in den verschiedenen Einrichtungen. Außerdem stimmen sie sich regelmäßig ab mit dem Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar (BZG), der gemeinsamen Pflegeschule von GRN und Psychiatrischem Zentrum Nordbaden (PZN) in Wiesloch.

Rüdiger Burger, Geschäftsführer der GRN Gesundheitszentren, hatte die Idee, Ausbildungskoordinatoren einzusetzen, schon seit längerem – jetzt wurde sie Realität: „Wir wollen damit ein Signal setzen: Die Ausbildung von Nachwuchs-Fachkräften aus der Region liegt uns sehr am Herzen.“ In der Vergangenheit fehlten ihm konkrete Ansprechpartner für Pflegeschüler. Das schlug sich in der Zufriedenheit der Schüler negativ nieder. Ihm schwebte also eine Art „Schulbüro“ vor – ein Ort, an dem alle Fäden zusammenlaufen sollten.

„Die Schüler brauchen kurze Wege, eine gute Kommunikation und geringe Hürden, also eine Art Mentor, der sie von der Bewerbung bis zur Einsatzplanung und Praxisanleitung begleitet“, ist Burger überzeugt. Er findet, dass Christina Kobylinski und ihr Team „hervorragende Arbeit geleistet haben“. Insbesondere weil es ihnen gelungen sei, das Vorgehen für alle vier Standorte zu vereinheitlichen. „Die Einsatzplanung der Schüler in den verschiedenen Einrichtungen muss intern im Haus passieren und proaktiv gesteuert werden. Das kann keine externe Stelle so gut wie wir selbst. Nur so ist ein reibungsloser Ablauf zu gewährleisten“, sagt Kobylinski.

Übergreifende Standards

Zu Beginn des Jahres 2020 war das neue Pflegeberufsgesetz in Kraft getreten. Die Kernaussage: Fertig ausgebildete Pflegefachkräfte können künftig nach erfolgreichem Abschluss in allen pflegesensiblen Bereichen arbeiten und haben insgesamt größere Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten als bislang.

Die „Generalistik“ fasst damit die bisherigen drei Pflegeberufe „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie „Kindergesundheits- und Krankenpflege“ zu einem Berufsbild zusammen und schafft so neue übergreifende Standards. Die Spezialisierung der angehenden Pflegefachfrauen und -männer erfolgt erst später im Berufsleben. grn

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