Schwetzingen

Inklusion Viele Ideen beim ersten „Runde Tisch“ / „Barrierefreie Stadtfeste“ thematisiert

Neujahrsempfang soll behindertengerechter werden

Am „Runden Tisch inklusives Schwetzingen“ sind noch Plätze frei. Das erste Treffen des gerade gegründeten Arbeitskreises war nicht so gut besucht, trotzdem wurde schon ausgiebig diskutiert. Die Teilnehmer brachten auch neue Ideen ein.

Gerhard Rummel, der wie die Inklusionsbeauftragte Nicole Blem und Stadtmarketing-Leiterin Anne-Marie Ludwig zum Beirat gehört, moderierte die Zusammenkunft in der Volkshochschule. Rummel wollte zunächst wissen, mit welcher Motivation die Teilnehmer gekommen seien. Peter Hippeli, früherer Schulleiter der Comenius-Schule und langjähriger Vorsitzender der Lebenshilfe Schwetzingen-Hockenheim, interessiert sich dafür, wie die Möglichkeiten der Inklusion ausgeweitet werden können. CDU-Stadträtin Rita Erny hofft auf offene Gespräche und möchte sich ebenfalls gerne einbringen. Teilnehmerin Christina Knopf, die im Rollstuhl sitzt, meinte, dass mit der Behinderung „alles schwieriger geworden“ sei. Nicole Blem berichtete über die Entstehung von Beirat und Rundem Tisch. Letzteres Gremium solle ein offenes Forum für Bürgerbeteiligung werden: „Inklusion ist für alle da.“ Auch der Integrationsbeauftragte der Stadt, Markus Liu-Wallenwein, stellte sich der Runde vor.

Bei den regelmäßigen Treffen, zu denen Menschen mit und ohne Behinderung kommen können, sollen immer aktuelle Probleme besprochen werden. Was muss geändert werden? Wo muss man noch ansetzen? Alle wertvollen Informationen gehen dann an die Stadtverwaltung. Außerdem kann jeder Bürger sein Anliegen bei der Fragestunde in der Gemeinderatssitzung vortragen. Der Beirat, besetzt mit Oberbürgermeister, Bürgermeister, Vertretern der Stadtratsfraktionen und Experten von verschiedenen Organisationen, tagt nur mit geladenen Teilnehmern. Hier wird auch das Jahresthema festgelegt.

Eher Alltagsprobleme aufgreifen

Zurzeit geht es um „inklusive, barrierefreie Stadtfeste“. Anne-Marie Ludwig verwies auf den Spargelsamstag, wo schon einige Maßnahmen erfolgreich umgesetzt worden seien. Das werde natürlich bei den weiteren Veranstaltungen der Stadt, etwa beim Weihnachtsmarkt oder beim Neujahrsempfang, fortgeführt. Bauen und Wohnen, öffentlich und privat, Verkehr und Mobilität sowie das leidige Thema zugeparkte Gehwege stehen ebenfalls auf der Agenda, mit der sich das Gremium künftig beschäftigen will.

Stefan Krusche, lange Jahre Behindertenbeauftragter der Stadt, sprach ein konkretes Problem an. Der Neujahrsempfang im Lutherhaus sei nicht gerade behindertengerecht. Auch für Menschen, die nicht so lange stehen können, solle etwas getan werden. Die Verteilung mit Sitzmöglichkeiten und Stehtischen müsste anders gestaltet werden. Höhenverstellbare Stehtische würden demnächst schon angeschafft, versicherte Nicole Blem. Die Runde diskutierte ausgiebig, was man noch alles ändern könne. Die entsprechenden Vorschläge gehen dann an die Stadtverwaltung.

Christina Knopf wollte wissen, wie sie barrierefrei die Arztpraxen erreichen könne. Ein barrierefreies Stadtfest sei eher „ein Luxus für mich“. Außerdem fragte sie nach Ausbildungs- und Praktikumsplätzen für junge Menschen mit Behinderung. Alle Fragen wurden beantwortet. Einige Vorschläge werden in den Beirat, der wahrscheinlich im September zum ersten Mal tagt, mitgenommen.

Stefan Krusche berichtete noch von einem Gespräch mit Bürgermeister Matthias Steffan, der sich für nächstes Jahr eine Inklusionskonferenz des Rhein-Neckar-Kreises in Schwetzingen vorstellen könne. Diskutiert wurde noch die Anschaffung einer induktiven Höranlage, die bei Vorträgen, Konzerten und Aufführungen Fremdeinflüsse so weit wie möglich ausschaltet und gleichzeitig die Signale für Schwerhörige aufbereitet. Einen Stadtführer barrierefreies Schwetzingen oder eine App, die behinderte Menschen durch die Stadt führt, können sich die Teilnehmer ebenfalls vorstellen. vw

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional