Schwetzingen

Hochschule für Rechtspflege Studieninformationstag gibt Einblicke in juristische Bildungswege mit Praxisphase

"Nur dem Gesetz verpflichtet"

Archivartikel

In kurfürstlicher Atmosphäre versammelten sich gestern um die 200 Interessierte an der Hochschule für Rechtspflege, um am Studieninformationstag die angebotenen juristischen Ausbildungswege kennenzulernen.

Denn der Rechtspfleger-Diplomstudiengang und das erst im vergangenen Jahr eingeführte Bachelorstudium zum Gerichtsvollzieher, locken nicht nur mit einem Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphasen. Lohnenswert ist auch die Bezahlung ab dem ersten Semester und spätere Berufsbilder, in denen Selbstständigkeit und Eigenverantwortung mit der Sicherheit des Beamtenstatus verbunden werden.

Zunächst sprachen Rektor Frank Haarer und Prorektor Rainer Hock über die Voraussetzungen und Anforderungen für angehende Rechtspfleger. Dass der Studiengang anspruchsvoll und keineswegs einfacher als Jura sei, machten sie dabei deutlich und gaben Beispiele aus den abwechslungsreichen Moduleinheiten mit vielen praxisnahen Bezügen. "Interessante Erfahrungen an Gerichten und Staatsanwaltschaften können Sie dann im zweiten Studienjahr sammeln und die theoretischen Grundlagen einbringen", erklärte Haarer den Studieninteressierten weiter.

Raphael Ellinger lauschte den Ausführungen genau. "Ich glaube, Rechtspfleger ist nichts für mich, da arbeite ich zu viel mit Akten. Gleich gehe ich noch zum Vortrag über den Bachelorstudiengang zum Gerichtsvollzieher, ich denke der passt eher zu mir, ist abwechslungsreicher und auch hier kann ich im zweiten Jahr Praxiserfahrungen sammeln", erzählt der 20-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Luisa Ziesemer hingegen gefällt das eigenständige Arbeiten im Büro. "Als Rechtspfleger ist man unabhängig in seinen Entscheidungen und nur dem Gesetz verpflichtet, das ist toll", sagt sie begeistert.

Gewachsene Anforderungen

"Die Justiz Baden-Württemberg hat sich dazu entschieden, die Ausbildung zum Gerichtsvollzieher in einen Bachelorstudiengang umzubauen, denn die Aufgaben sind in der Vergangenheit vielfältiger und komplizierter geworden", erklärt Hock. Die Arbeit im Außendienst mache immer noch einen großen Teil aus, zusätzliche Büroarbeit sei aber immer häufiger. Alina Sester macht das nichts aus. "Ich habe schon bei einem Gerichtsvollzieher hospitiert. Der Beruf verbindet für mich optimal die eigenständige Arbeit mit dem Gesetz und den Menschen direkt. Das reizt mich", urteilt sie.

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