Schwetzingen

Unterführung Polizei kontrolliert Radfahrer / Rund 50 Verstöße in einer Stunde dokumentiert

Ohne Licht unterwegs

Schwetzingen/Oftersheim.Bei Verkehrsunfällen mit Fahrradfahrern sind die Zahlen unverändert hoch. Viele Unfälle ereignen sich bei Dunkelheit, weil oft nicht auf die lichttechnischen Einrichtungen am Fahrrad geachtet wird. Im Rahmen der Aktion „Sicherer Schulweg“ und des Schwerpunktprogramms „Sicherheit im öffentlichen Raum“ des Polizeipräsidiums Mannheim führte das Polizeirevier am frühen Donnerstagmorgen Fahrradkontrollen auf dem Schulweg durch.

Ab 7 Uhr standen Polizeibeamte an der Unterführung zur Scheffel- und Kurfürstenstraße, um die jungen Radler genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein zweiter Kontrollpunkt war in Oftersheim an der Unterführung des Bahnhofs eingerichtet worden. Insgesamt waren 14 Beamte im Einsatz. Verkehrssünder waren überwiegend Kinder und Jugendliche, die auf dem Weg zur Schule waren. Bußgelder wurden nicht verhängt, die Polizisten beließen es bei Ermahnungen. An die Eltern geht allerdings in den nächsten Tagen ein Brief raus, mehr für die Sicherheit ihrer Kinder zu unternehmen, erklärte Ordnungsamtsleiter Pascal Seidel.

„Die Polizei und die Stadt Schwetzingen bitten Sie, auf dieses so wichtige Anliegen zu achten“, heißt es in dem Schreiben. Eine intakte Beleuchtung sei besonders wichtig – das beste Licht nütze aber nichts, wenn es nicht eingeschaltet wird, gaben die Polizisten den jugendlichen Verkehrsteilnehmern mit auf den Weg.

Nachkontrollen beim Revier

„Wir werden das dieses Jahr auch nachkontrollieren, die beanstandeten Räder müssen beim Revier noch einmal vorgeführt werden“, sagte der Leiter der Aktion, Polizeihauptkommissar Wolfgang Metzger. Wer mit einer intakten Beleuchtung angefahren kam, wurde übrigens an diesem Morgen belohnt. Die Klimaschutzmanagerinnen Natalie Hauke und Stefanie Dott verteilten kleine Schokoladennikoläuse und witzige Postkarten.

Sie warben damit für die Aktion „Tu‘s aus Liebe: Sicher mit Licht fahren!“, der Kampagne der Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen (AGFK) in Baden-Württemberg. „Die richtige Beleuchtung trägt maßgeblich zu mehr Sicherheit auf den Straßen bei“, heißt es bei der Aktion.

Ausreden gab es reichlich bei den angehaltenen Schülern: „Ich habe die Lampe zu Hause vergessen“, „mein Papa hat das Licht noch nicht angebracht“, „der Rückstrahler wurde mir geklaut“, „gestern war der Scheinwerfer noch dran“ oder „ich wusste nicht, dass auch Reflektoren vorgeschrieben sind“, bekamen die Beamten zu hören, aber auch Sätze wie „ich habe vergessen das Licht einzuschalten“, „das ist das Fahrrad meines Bruders“, „vorhin ging der Rückstrahler noch“ oder „mein anderes Fahrrad wurde gestohlen, da war das ganze Equipment dran“.

Bei den Aussagen der ertappten Verkehrssünder kamen auch die Beamten manchmal ins Schmunzeln. „Die alljährlichen Kontrollen haben sich bewährt. Es sind weniger Verstöße geworden, aber immer noch sind zu viele Jugendliche ohne Licht unterwegs“, zeigte sich der stellvertretende Revierleiter Michael Fahrer überzeugt von der Maßnahme. Der Bußgeldkatalog macht klare Vorgaben: Ein Fahrrad ohne Licht beziehungsweise mit defekter Beleuchtung schlägt mit 20 Euro zu Buche. Liegt eine Gefährdung vor, macht es 25 Euro, kommt es zum Unfall oder zur Sachbeschädigung sind sogar 35 Euro zu berappen.

Die Beleuchtung am Fahrrad muss auch nicht mehr von einem Dynamo betrieben werden – es sind auch batteriebetriebene Scheinwerfer und Rücklichter zugelassen. Nach knapp einer Stunde hatten die Beamten rund 50 Verstöße oder Mängel an den kontrollierten Rädern registriert.

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