Schwetzingen

Zonta-Club Organisation setzt sich für Frauen und Kinder ein / Evangelische Stadtkirche und Volkshochschule werden angestrahlt

Oranges Licht gegen Gewalt

Geschlagen, missbraucht und gedemütigt: Viele Frauen und Mädchen müssen Gewalt in der Partnerschaft oder Familie noch immer ertragen. Nach Angaben der aktuellen kriminalstatistischen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes wurden 2019 demnach 141 792 Menschen Opfer von Partnerschaftsgewalt. Knapp 115 000 Opfer waren weiblich.

Der Zonta-Club in Schwetzingen will dagegen ein leuchtendes Zeichen setzen. Zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen werden deshalb am Mittwoch, 25. November, viele Gebäude orangefarben angestrahlt. In Schwetzingen ist das die Volkshochschule und die evangelische Kirche.

„Wir hoffen, damit auf das Thema aufmerksam zu machen und das die Menschen dann auch einzuschreiten, wenn es möglich ist“, meint Carola Czyzewski vom Zonta-Club. Deshalb reicht es den Mitgliedern auch nicht, nur die Scheinwerfer anzuschalten. „Wir sind auch vor Ort, haben Flyer dabei und kommen dort gerne mit Interessierten ins Gespräch“, sagt sie. In diesem Jahr werde das Corona-bedingt allerdings etwas kleiner ausfallen. Jeweils zwei Mitglieder werden von 17 bis 19 Uhr mit einem kleinen Infostand vor den Gebäuden stehen.

Diskussion eröffnen

„Diese Aktion findet in der ganzen Region statt – auch in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen“, sagt Zonta-Club-Präsidentin Carola Czyzewski im Gespräch mit unserer Zeitung. Gerade jetzt in der Corona-Zeit gebe es verstärkt Fälle von häuslicher Gewalt. Der Aktionstag „Orange your City“ wird seit etwa 40 Jahren von der UN Women veranstaltet und mit der Kampagne „Zonta sagt nein“ vom Zonta-Club unterstützt, um auf die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt an Frauen und Mädchen im privaten, beruflichen und öffentlichen Leben hinzuweisen und in die Diskussion zu bringen. Diese dauert bis Donnerstag, 10. Dezember – dem Tag der Menschenrechte – an. Damit will der Verein betroffene Menschen ermutigen, ihre Rechte wahrzunehmen und Hilfs- und Beratungsangebote zu ihrem Schutz in Anspruch zu nehmen. Zur Gewalt an Frauen und Mädchen zählen sie Körperverletzung, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Zwangsheirat, Kinderehe, Genitalverstümmelung, Stalking, Verschleppung und Zwangsprostitution.

Der Zonta-Club ist eine ehrenamtliche Organisation berufstätiger Frauen, die sich dafür einsetzen, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern. Mit Konzerten, Basaren oder Theaterbesuchen sowie einer Reihe von Vorträgen besonders für Frauen in Beruf und Gesellschaft und den dadurch eingegangen Spenden fördern die Mitglieder lokale und internationale Projekte.

Auch das Landratsamt setzt sich am Aktionstag für Frauen und Mädchen ein. „Wir wollen mit Licht ein Zeichen gegen Gewalt setzen“, sagt Landrat Stefan Dallinger, „deshalb macht auch das Landratsamt vom Rhein-Neckar-Kreis mit.“

Gerade in der Corona-Pandemie zeigte sich ein deutlicher Anstieg der Beratungen in den Fachberatungsstellen gegen häusliche Gewalt, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes.

„Darf nicht akzeptiert werden“

„Das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eines unserer Schwerpunkte als Gleichstellungsbeauftragte des Rhein-Neckar-Kreises. Daher möchten wir mit der Aktion auch den Betroffenen von Gewalt zeigen, dass sie nicht alleine sind und Unterstützung und Hilfe finden können. Denn diese Gewalt darf nicht akzeptiert werden“, sagen die Gleichstellungsbeauftragten im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Anna Held und Susanne Vierling.

Info: Mehr Infos zur Aktion unter www.zontasaysno.de

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