Schwetzingen

GRN-Klinik Experten stellen weniger radikale Therapiemethoden zur Brustkrebsbehandlung vor

Patienten persönlich kennen

Archivartikel

An den GRN-Kliniken Schwetzingen und Sinsheim besteht seit 2009 ein gemeinsames, vom TÜV Süd zertifiziertes Brustzentrum. In den vergangenen zehn Jahren wurden an beiden Standorten insgesamt etwa 1500 an Brustkrebs erkrankte Frauen nach einer Erstdiagnose behandelt. Sie profitierten dabei von der Expertise, den erfahrenen Ärzten, von der engen Zusammenarbeit einzelner Bereiche und der Kooperation mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Einem Großteil der Frauen konnte geholfen werden – sie wurden geheilt.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens wurden beim „Tag der Brustgesundheit“ in der Cafeteria der GRN-Klinik die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten vorgestellt, die unter anderem einen individuellen Behandlungsplan für jede einzelne Patientin beinhalten. Die Methoden zur Früherkennung wurden in den zurückliegenden Jahren verbessert.

Unter anderem trägt das Mammographie-Screening dazu bei, dass der Brustkrebs zumeist im Frühstadium entdeckt wird. Durch neue, weniger radikale Therapiemethoden sind Brustentfernungen und eine erweiterte Ausräumung der Lymphknoten aus der Achselhöhle heute selten geworden. Dr. Annette Maleika, Chefärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der GRN-Klinik Schwetzingen und Leiterin des Brustzentrums Schwetzingen, bedankte sich in ihrer Begrüßung vor knapp 50 Interessierten vor allem bei ihrem Vorgänger Dr. Kay Goerke. Er hatte 2009 das Brustzentrum gemeinsam mit Dr. Thomas Schumacher, Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der GRN-Klinik Sinsheim, initiiert und seiner Nachfolgerin vor sechseinhalb Jahren etablierte Strukturen hinterlassen.

Dr. Schumacher stellte in seinem Vortrag den Stellenwert der Ultraschalldiagnostik in der Früherkennung des Brustkrebses heraus. „Jeder Tastbefund, der über sechs Wochen besteht, muss bevorzugt durch Ultraschall abgeklärt werden“, so der Leiter des Sinsheimer Brustzentrums. Die Ultraschalluntersuchung sei für die Patientin weniger belastend und meist sofort durchführbar.

Unnötige Operationen vermeiden

Bei jungen Frauen sei diese Diagnostik häufig aussagekräftiger als eine Mammografie. Und weiter: Jeder nicht ganz eindeutige Ultraschallbefund müsse durch eine feingewebliche Untersuchung per Stanzbiopsie unter Ultraschallkontrolle abgesichert werden. Gutartige Befunde könne man meist belassen, bösartige Befunde benötigten zur Therapieplanung eine Immunhistologie, eine genaue Untersuchung der Zellstrukturen. Vor allem gelte es jedoch, unnötige Operationen zu vermeiden.

Dr. Maleika stellte fest, dass die Brustkrebsbehandlung von heute einer systemischen Behandlung bedürfe. Grundsätzlich stünden drei Therapiesäulen zur Verfügung: Operation, medikamentöse Therapie und Strahlentherapie. Dr. Maleika und ihr Team legen besonderen Wert darauf, ihre Patientinnen persönlich zu kennen: „Das zeichnet unser Brustzentrum aus.“

„Hilfe zur Selbsthilfe“ und die „Aktivierung der körpereigenen Abwehr“ standen bei Dr. Christian Kuhn, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie von den ze:ro Praxen, MVZ am Schlossgarten Schwetzingen, im Mittelpunkt. Er sprach Aspekte in der Systemtherapie beim Mammakarzinom an.

Auch der Strahlentherapeut Dr. Jörg Schäfer von der Praxis für Strahlentherapie in Speyer arbeitet schon lange mit dem Brustzentrum zusammen und klärte auf: „Die intensitätsmodulierte Radiotherapie ermöglicht es, eine hohe Bestrahlungsdosis im Tumorzentrum zu platzieren, während das umgebende Gewebe geschont wird.“ Über „komplementäre Behandlungsansätze“ sprach Dr. Ulrike Schmidt, Funktionsoberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der GRN-Klinik. Wie können Patientinnen mit Brustkrebs die Nebenwirkungen der Therapien erträglicher machen? Das Spektrum reiche von Naturheil- und Entspannungsverfahren über Osteopathie und Akupunktur bis zu Homöopathie. Dr. Schmidt sieht regelmäßige Bewegung mit an erster Stelle, um die Lebensqualität zu verbessern.

An Infoständen und bei einer Modenschau für brustoperierte Frauen wurde noch einmal deutlich, dass beim Brustzentrum Sinsheim-Schwetzingen die Patienten nicht alleine gelassen werden. zg

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