Schwetzingen

GRN-Klinik Abschlussfeier der Gesundheits- und Krankenpfleger im Bildungszentrum Rhein-Neckar / Hannah Karl (Schwetzingen) besteht mit einer glatten Eins

„Pflege ist der Urberuf der Zwischenmenschlichkeit“

„Beziehungsarbeit, Haltung und Respekt gegenüber anderen, das sind die Grundlagen professioneller Pflege.“ „Die Pflege ist der Urberuf der Zwischenmenschlichkeit.“ „Es geht um die Stärkung der Schwachen in der Gesellschaft.“ Oder auch: „Die trinken doch den ganzen Tag nur Kaffee.“ „Das könnte ich nicht: Nur alte Menschen, und man sieht so eklige Sachen!“ Kaum ein Beruf polarisiert so sehr wie die Pflege: Klischees und Vorurteile halten sich die Waage mit Bewunderung, und das alles vor dem Hintergrund des in allen Medien heiß diskutierten Pflegenotstands.

21 junge Frauen und 11 Männer aus der Metropolregion Rhein-Neckar haben nicht nur geredet, sondern gehandelt – und Tatsachen geschaffen: Nun feierten sie ihren Abschluss als Gesundheits- und Krankenpfleger im Bildungszentrum Gesundheit Rhein-Neckar GmbH (BZG) in Wiesloch. Sie gehörten dem Ausbildungsjahrgang 2015 an, in dem aufgrund der großen Bewerberzahl erstmals seit Gründung der BZG zwei Kurse parallel angeboten wurden.

Ihre praktische Ausbildung hatten sie in den GRN-Kliniken Eberbach, Schwetzingen, Sinsheim und Weinheim sowie im Psychiatrischen Zentrum Nordbaden, Wiesloch, absolviert. BZG-Geschäftsführer Walter Reiß und Schulleiterin Andrea Senn-Lohr gratulierten gemeinsam mit den Lehrern der BZG, den Praxisanleitern und Pflegedienstleitungen der Kliniken sowie zahlreichen Angehörigen und Freunden. Bei insgesamt hervorragenden Leistungen wurden insbesondere Sina Müller (GRN-Klinik Sinsheim), Aline Stimmler (GRN- Klinik Weinheim), Hannah Karl (GRN-Klinik Schwetzingen) und Irina Kienle (PZN) für ihr mit einer glatten Eins bestandenes Examen geehrt.

Die eingangs zitierten Sätze zum Selbstverständnis der Pflege entstammen den Reden der Gratulanten. Walter Reiß forderte darüber hinaus die Absolventen auf, mutig Verantwortung zu übernehmen. Die beiden Kursleiter Kathrin Schäffner und Helmut Amann ermunterten ihre nun ehemaligen Schüler ebenfalls, weiter am Ball zu bleiben, sich fortzubilden und die eigenen Ziele zu verfolgen. Dem schloss sich, stellvertretend für die Pflegedienstleitungen der ausbildenden Kliniken, Michael Spiegelberg von der GRN-Klinik Eberbach an und verwies auf zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, etwa in den Bereichen Intensiv-, OP- oder Palliativpflege. Auch ein Studium komme für den einen oder die andere eventuell in Frage.

Andrea Senn-Lohr verwies auf mutmaßliche Momente, die aus den vergangenen drei Jahren im Gedächtnis bleiben: Patienten, die dankbar über Hilfe waren – aber auch Menschen, die den jungen Nachwuchs-Pflegepersonen auf ihrem Weg beigestanden haben. Auch Isolde Neureuther von der GRN-Klinik Schwetzingen, die als Praxisanleiterin im Namen aller sprach, die sich für die praktische Ausbildung in den Kliniken engagieren, spielte auf das Wortfeld „Mut“ an: „Sie haben den Mut bewiesen, sich den täglichen Aufgaben auf Station zu stellen – und nun die Mutprobe Ausbildung bravourös bestanden.“

Schlusswort der Absolventen

Das Schlusswort hatten die frisch Examinierten selbst. Gamze Atasoy, Hannah Karl, Edmund Knippel und Philipp Meudt setzten als Kurssprecher den zitierten Klischees eine im Lauf ihrer Ausbildung gereifte Erkenntnis bezüglich der Aufgaben von Pflegenden entgegen: „Wir begleiten Menschen, helfen ihnen zu genesen – und es zu akzeptieren, wenn das nicht mehr möglich ist.“ Alle Anwesenden wünschten ihnen gutes Gelingen für dieses Vorhaben, und auch BZG-Pflegeberufe-Lehrer Klaus Graßhoff machte mit von der Gitarre begleiteten Songs wie „Perfect“ und „I can see clearly now“ Mut, den begonnenen Weg zielstrebig weiterzugehen. zg

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