Schwetzingen

Geschäftsleben Heinrich Xaver ist die fünfte Generation in der Metzgerfamilie Back / Abschluss als Prüfungsbester wie sein Vater

Qualität bleibt bei ihnen in Familienhand

Archivartikel

Es ist in diesen Zeiten oft zu hören: Dem Handwerk fehlt der Nachwuchs. In vielen Traditionsberufen können Lehrstellen nicht mehr oder nicht zufriedenstellend besetzt werden. Umso beeindruckender ist es, wenn in einem Familienbetrieb die nächste Generation in die Fußstapfen der Väter tritt. So ist es bei der Metzgerei Back in der Friedrichstraße: Bei unserem Gespräch sitzen drei ausgebildete Metzger am Tisch, die alle zudem mit Vornamen Heinrich heißen: Senior Heinrich Karl (85), der Anfang der 1950er Jahre seine Lehre abschloss. Der aktuelle Chef Heinrich Georg (50), der von 1985 bis 1988 den Metzgerberuf erlernte und wenig später seinen Meister machte. Und schließlich Heinrich Xaver (19), der nun 2019 seine Ausbildung abschloss – als Prüfungsbester wie sein Vater.

Heinrich Xaver ist die fünfte Generation in der Metzgerfamilie Back, die ihren Ursprung in Rot hatte. Opa Heinrich Karl erlernte den Beruf bei seinem Vater und ging 1959 nach Schwetzingen, um sein heute noch bestehendes Geschäft zu eröffnen. „Wir sind jetzt 60 Jahre hier“, sagen er und sein Sohn stolz. Dass der Junior auch Metzger wird, war nicht unbedingt abzusehen – zumindest gab es diesbezüglich keinen Druck vom Papa, der sich aber umso mehr freute, als Heinrich Xaver 2015 im Urlaub zu ihm kam und sagte: „Ich will Metzger werden.“

Lehre in Ketsch

Denn selbstverständlich war diese Entscheidung nicht, schließlich hatte er das Geschäft – und alles, was daran hängt – von klein auf mitbekommen. Ein eigenes Geschäft zu führen, bringt ja auch viele Nachteile mit sich. Doch er entschied sich trotzdem dafür. „Es hat sich halt angeboten“, macht er nicht gern viele Worte darum. Wie sein Vater absolvierte er die Lehre nicht zu Hause, sondern bei der Metzgerei Jörger in Ketsch: „Draußen lernen ist besser, man wird selbstständiger“, weiß er heute und ist froh über diesen Schritt: „Ich habe so eine gute Lehrzeit beim Jörger gehabt, ich war gern dort.“

Eine große Vorbildung hatte er nicht, als er sich nach der Schule mit 16 für die Metzgerlehre entschied: „Ich hab’ nur ab und zu beim Partyservice geholfen.“ Aber schon beim Praktikum in Ketsch überzeugte er, der Metzgerberuf liegt ihm offensichtlich im Blut. „Ich bin dort super aufgenommen worden, das ist wie eine große Familie“, blickt er zurück und ist den Jörgers dankbar für diese lehrreiche Zeit. Da sein Vater „Henner“ auch schon dort war, wusste der, welche Qualität den „klääne Henner“ erwarten würde.

Eigene Ideen einbringen

Deshalb hat er auch nicht eingegriffen: „Für die Prüfung hat er alles alleine gemacht – ohne Hilfe und Training.“ Dass er letztlich als Prüfungsbester abschloss, macht auch den Opa stolz, der trotz seiner altersbedingten Gebrechen immer noch täglich mitten im Geschehen ist. So sieht er auch hautnah, wie der Enkel nun inzwischen im heimischen Betrieb arbeitet, denn seit dem 1. Oktober ist Heinrich Xaver beim Papa angestellt. „Ich bin angenehm überrascht, was er kann“, sagt dieser ehrlich und ist froh über den frischen Wind im Betrieb. „Er darf seine eigenen Ideen einbringen“, betont Heinrich Georg Back und erinnert sich an seine Gesellenzeit: „Ich habe damals angefangen, Putenwurst zu machen.“

Mittlerweile ist seine Metzgerei – übrigens der letzte im Ort produzierende Betrieb – zum dritten Mal hintereinander vom Fachblatt „Der Feinschmecker“ als Fünf-Sterne-Metzger ausgezeichnet worden. Mit dem „klääne Henner“ besteht die Hoffnung, dass dieses Niveau auch in die nächste Generation hineingetragen wird. Und was sagt der über den Papa als Chef? „Es lässt sich aushalten.“

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