Schwetzingen

Arbeitsmarkt Wirtschaft steht noch immer auf stabilen Beinen

Quote sinkt auf 4,4 Prozent – aber weiter viel Kurzarbeit

Schwetzingen/Hockenheim.Trotz der großen wirtschaftlichen Probleme durch die Corona-Pandemie zeigt sich der Arbeitsmarkt im hiesigen Bereich der Agentur für Arbeit ungewöhnlich stabil. Auch von einer Winterdepression kann keine Rede sein. Die Arbeitslosenquote im Bezirk Heidelberg, zu dem unsere Region gehört, ist sogar seit August von 4,9 auf 4,6 Prozent im Dezember gesunken. Die Kurzarbeit als Instrument der Krisenbewältigung zeigt also weiterhin Wirkung. Allerdings sind nach wie vor mehr Menschen arbeitslos gemeldet als im Vergleichsmonat 2019. Das wird aus der Pressemitteilung der Arbeitsagentur deutlich.

„Im vergangenen Jahr waren im Durchschnitt 17 003 Menschen im Agenturbezirk arbeitslos“, sagt Bereichsleiterin Michaela Röttele. „Das waren 3345 Arbeitslose mehr als im Jahresschnitt 2019. Diese Erhöhung resultiert vor allem aus den Monaten April und Mai und ist der ersten Corona-Welle geschuldet“, sagt Röttele. In diesen Monaten stieg die Arbeitslosigkeit stark an, aber seit September sinkt sie wieder langsam aber kontinuierlich. Im Dezember waren mit 17 528 Menschen 128 weniger arbeitslos als im November.

Der höchste Bestand an arbeitslosen Menschen 2020 war im August mit 19 014 Personen erreicht. Auch die Arbeitslosenquote war hier mit 4,9 Prozent am höchsten. Seitdem ist die Arbeitslosigkeit wieder um 1486 Personen gesunken und damit die auch die Arbeitslosenquote auf 4,6 Prozent.

Noch einen Tick besser sieht es im Bereich der Geschäftsstelle Schwetzingen aus, die für das ganze Verbreitungsgebiet unserer Zeitung zuständig ist: Hier lag die Quote bei 4,4 Prozent und sank um 0,1 Punkte. Allerdings lag sie vor einem Jahr noch bei 3,5 Prozent und war damals so niedrig wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Im Bereich Schwetzingen/Hockenheim waren im Dezember 49 Arbeitslose weniger gemeldet als im November, also nun 2847 Personen. Das sind aber auch 625 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Dabei meldeten sich 461 Personen neu oder erneut arbeitslos, 105 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 499 Personen ihre Arbeitslosigkeit. Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 6927 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 1207 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen aber auch nur 6296 Abmeldungen von Arbeitslosen, also 1827 Arbeitslose weniger als 2019 fanden eine neue Stelle. Und da liegt das Problem. Die Firmen sind natürlich sehr zurückhaltend bei Neueinstellungen.

Wieder mehr offene Stellen

Mut macht, dass der Bestand an unbesetzten Arbeitsstellen im Dezember um 55 auf 588 Stellen gestiegen ist. Arbeitgeber meldeten im Dezember 120 neue Arbeitsstellen, 42 mehr als vor einem Jahr. Das macht aber den negativen Saldo aus dem Frühjahr nicht wett. Seit Januar gingen 994 offene Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 669.

„Durch die Pandemie mussten wir unsere Arbeitsweise den Umständen anpassen, aber es ist uns gelungen, für die Menschen da zu sein“, sagt Röttele. „Wir haben im Agenturbezirk ungefähr 175 Millionen Euro Kurzarbeitergeld ausbezahlt und in der neu eingerichteten Telefonhotline ungefähr 64 000 Gespräche geführt und die Menschen zu Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Ausbildung, Stellensuche und Weiterbildung beraten“, so Röttele.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional