Schwetzingen

Stadtbibliothek Doris Batzler hext sich als Agathe Wackelzahn zusammen mit den Kindern durch die Festvorbereitungen

Rabe Bert rettet den Weihnachtsmann

Der Tannenbaum ist geschmückt, Dinge, die in der Wohnung der Hexe Agathe Wackelzahn (Doris Batzler) nicht so toll aussehen, hat sie kurzerhand weggehext. Jetzt hat sie Zeit für die Sachen, die vor dem Weihnachtsfest noch erledigt werden müssen.

In der Stadtbücherei wird am Montagnachmittag gezaubert, was das Zeug hält, das Theater von Doris Batzler ist zu Gast. Eng ist es vor der Bühne, derart viele Kinder sind mit Mama oder Oma gekommen. Das Licht ist gedämmt, die Bühne in schwarze Tücher gehüllt. Ein Hexenstuhl, der sicher auch laufen kann, denn er hat Schuhe an den Beinen, steht in der Mitte.

Richtiger Zauberspruch hilft

Davor sitzen große schwarze Spinnen im Halbkreis: „Die machen gerade Winterschlaf“, erklärt Agathe Wackelzahn. Die ist ein wenig schrill und in Hektik, denn „es ist noch so viel zu erledigen“. Zusammen mit Rabe Bert checkt sie die Notizzettel und entscheidet sich für „Geschenke machen“. Klar, dass das nicht ohne Magie geht. Verpacken nach Hexenart ist ganz einfach, denn jede gute Hexe hat eine große Schachtel – die von Agathe ist rund und mit Dachsfell gepolstert. „Alles, was ihr da reinlegt, kommt verpackt wieder raus, nach einem Zauberspruch versteht sich“, sagt die zauberhafte Hexe und legt los.

Für Oma Wiesebise gibt es Schmuck, für Tante Nudelzopf, die immer Schnupfen hat, ein Schnieftuch. Auf das muss aber ein Hund gezaubert werden, weiß soll er sein, mit schwarzen Flecken. Agathe braucht Hilfe. Charlotte kommt auf die Bühne. Ein rotes Tuch landet in einem Zauberbeutel, raus kommt eines mit weißem Hund. Das passt noch nicht ganz. Agathe sammelt schwarze Farbe, versucht es noch einmal, Charlotte sagt den Zauberspruch und schon ist ein schwarzer Hund auf dem Tuch. Die Kinder im Publikum lachen, rufen: „Nochmal“. Das machen die beiden und dank ein wenig weißer Farbe von einer Christbaumkugel kriegt der Hund endlich die gewünschte Färbung.

Drachenfett schmeckt lecker

Rabe Bert beäugt das Ganze mit schelmischem Blick. Er will Plätzchen backen. Zutaten werden gemixt, dabei sind Salamandereier und Ameisenmehl. Abgerundet wird mit Drachenfett, „das ist lecker“, krächzt Bert und versenkt den Schnabel in der Fettdose, kommt nicht mehr aus ihr raus. Agathe kann ihn befreien.

Ach du liebe Zeit – die Weihnachtspost, die hätte die wuselige Hexe beinahe vergessen, hätte nicht ihr Daumen geleuchtet, ein eindeutiges Zeichen für Post im Kasten. Prospekte und ein grüner Brief sind drin. Aber Agathe ist beschäftigt und Bert liest den Hilferuf des Weihnachtsmanns alleine und handelt sofort. Beladen mit einer Dose Zaubermedizin macht er sich auf nach Lappland. Der Hexe hinterlässt er eine kurze Nachricht. Die ist total in Sorge um den kleinen Flatterer, denn in Lappland ist es kalt, drohen Gefahren. Und überhaupt: Weihnachten ohne Bert geht gar nicht.

Das fantasievolle Spiel nimmt zum Schluss eine gute Wendung. Agathe und Bert singen mit den Kindern „O Tannenbaum“. Alle sind froh, dass auch die Zuschauer klasse mitgeholfen haben. Riesenapplaus.

Kinder und Erwachsene sind gebannt vom ideenreichen Theaterstück, dass die Eile vor Weihnachten durch Freundschaft und innige Verbindung ausbremst und zeigt: Das größte Geschenk sind die Freunde, Menschen, die wir lieben, die für uns da sind. zesa

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