Schwetzingen

Nordstadtschule Bundesbildungsministerium hat Schwetzinger Projekt „Wir können Kunst“ gefördert

Rapunzel will aus dem Märchen

Archivartikel

„Wir können Kunst“ – das ist ein Förderprogramm zur kulturellen Bildung und künstlerischen Förderung von Kindern und Jugendlichen des Bundesbildungsministeriums. Wesentliche Voraussetzungen, um in diese Förderung zu kommen, sind lokale Bündnisse aus mindestens drei kooperierenden Einrichtungen und die Durchführung der Projekte durch professionelle Künstler.

Beantragt wurde das Projekt für Schwetzingen in Kooperation des Freundeskreises der Nordstadtschule mit den Staatlichen Schlössern und Gärten als „Ort der Handlung“ und dem Berufsverband Bildender Künstler Heidelberg, für den der Schwetzinger Prof. Josef Walch das Projekt leitete. Der Projektzeitraum war auf ein halbes Jahr ausgelegt und in jeweils zwei Stunden in der Woche wurden die Werke erarbeitet. Die Freude bei allen Beteiligten war groß, als Ende Oktober vergangenen Jahres die Zusage der Förderung des Projektes in Schwetzingen eintraf, nachdem man mit dem Titel „Rotkäppchen & Co im Garten von Aladin“ die doch hohen Hürden der Auswahl übersprungen hatte. Dabei war es vor allem um die Originalität und den innovativen künstlerischen Charakter der Projekte gegangen.

Mal was anderes erleben

Inhaltlicher Ausgangspunkt war die Idee, dass bekannte Märchenfiguren wie Rotkäppchen, Schneewittchen oder Rapunzel keine Lust mehr hatten, ihre althergebrachten Rollen in Märchenbüchern zu erfüllen, sondern nach neuen Abenteuern suchten. Dabei landeten sie im Schwetzinger Schlossgarten.

Das Projekt umfasste ganz unterschiedliche künstlerische Techniken, in denen sich die Kinder erproben konnten. So entstanden am Anfang Märchenfiguren für ein Papiertheater mit Kulissen des Schlossgartens. Über das Spiel im Theater mit den Figuren entwickelte sich eine Geschichte, die laufend fortgeschrieben wurde und manche überraschende Wendung nahm.

Am Ende sollten ein Märchenbuch und eine Multimediapräsentation mit dieser selbst entwickelten und illustrierten Geschichte stehen, was gelungen ist. So trafen die „Prinzessinnen“, wie die Märchenfiguren hießen, auf blaue Ungeheuer, fantastische Tiere, Eulen, den Kurfürsten Carl Theodor und andere. All diese Verwicklungen lösten sich aber immer wieder auf und ein wichtiger Helfer war dabei Aladin, der sich im Schlossgarten versteckt hatte. Mit selbst gestalteten Masken und Kostümen gab es am Ende des Projektes ein Fotoshooting im Schlossgarten zum Abschluss. Das Ende der Geschichte: Die Prinzessinnen kehren doch in ihre Märchenbücher zurück.

Was den Kindern besondere Freude machte und ihre Kreativität herausforderte, war der Umgang mit den unterschiedlichen künstlerischen Techniken und Materialien: Malerei, Grafik, Fotografie, Performance. Das gesteckte Ziel, den Kindern die Zusammenarbeit mit einem Künstler zu ermöglichen und sie in ihrer Kreativität und künstlerischen Kompetenz sowie dem sozialen und kommunikativen Verhalten zu fördern, wurde – da sind sich Samyia Bilgin und Prof. Josef Walch einig – in hohem Maße erreicht. In einer Ausstellung in der Nordstadtschule werden die Ergebnisse, das Buch und das Papiertheater Ende Juni vorgestellt. zg

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