Schwetzingen

SPD Gedanken der hiesigen Genossen zu den Gesprächen in Berlin

"Realsatire" auf politischem Balkon

Betrachtet man die Ausgangspositionen der sondierenden Sozialdemokraten auf dem Balkon ganz nüchtern, ist Oppositionsarbeit in Berlin zurzeit schwer möglich. "Aber das reale Leben schreibt bekanntlich die abenteuerlichsten Geschichten", fasst Robin Pitsch auf der Bruchhäuser Straße zusammen. "Kein Sozi kann sich ausdenken, was in den nächsten Monaten auf der Bühne der Koalitionsverhandlungen in Berlin passieren wird", so der SPD-Landtagsabgeordnete Daniel Born. Er hatte zum Foto auf seinen Balkon eingeladen, um der "Realsatire" der Jamaika-Sondierung "Anerkennung" zu zollen, heißt es in einer Pressemitteilung der SPD.

"Nun laufen gerade die Sondierungen, was wird erst in den Koalitionsgesprächen passieren" fragt sich Born. Norbert Theobald, Bildungsexperte, kritisiert die Smartphone-Politiker der FDP. Wie die Schüler aus der 5d hätten sie sich benommen: "Die haben Spektakel veranstaltet, weil sie nicht neben den Minderbegabten aus der 5c sitzen wollten". Nicht auf den "Sitzpunkt käme es an, sondern auf den Standpunkt", merkte er an. Neza Yildirim bezweifelt, dass das Gesprächsklima durch den alten Schwerenöter Kubicki verbessert worden sei. Die Annäherung an grüne Teilnehmerinnen der Sondierungsrunde dürfte eher "Fremdschämen" ausgelöst haben. "Dabei stehen die Grünen unbeirrt hinter dem Ziel der Weltrettung", so Yildirim. Auf grüne Abschaltforderungen von Kohlekraftwerke hätten die anderen nur mit Arbeitsplätzen und Strompreisen reagiert. "Dabei haben Arbeitsplätze die Grünen und ihre hauptsächlich staatsfinanzierten Wähler noch nie interessiert", so die Deutschtürkin.

Am Ende kommt "dunkelgrün"

"Betrachtet man die Ausgangspositionen der Balkon-Parteien ganz nüchtern, ist eine Koalition nicht nur in der Energiefrage schwer möglich" so SPD-Ortsvereinsvorsitzender Simon Abraham. Aber für die Jamaikaner gebe es im Grunde keine Alternative. "Wären die Bürger nicht von den Folgen dieser Balkon-Inszenierung betroffen, könnte man sich entspannt zurücklehnen", so Daniel Born. Robin Pitsch möchte darauf Wetten abschließen, wer sich von den Verhandlungspartnern bis zur Unkenntlichkeit verbiegt.

Simon Abraham freut sich schon auf die "Krönung der Realsatire". "Die Erklärungen, warum aus gelb-grün und durch schwarze Beimischung dann dunkelgrün geworden ist, wird uns überraschen".

Daniel Born gab sich zum Schluss nachdenklich. Neben den vielen Bildern vom Balkon in Berlin, habe man aber nichts über die Lösung dringender sozialer Fragen gehört. "Für die Menschen eine schlechte Nachricht und leider keine Satire." zg

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