Schwetzingen

Schlossgarten Heute startet „Musik im Park“ / Beim Aufbau der Bühne kommen alle ins Schwitzen

„Regen wäre viel schlimmer als die Hitze“

Archivartikel

Die Sonne kennt kein Erbarmen, der Schweiß rinnt – jedenfalls bei den fleißigen Monteuren, die seit Montag für das Open-Air-Festival „Musik im Park“ die Bühne im Schlosspark zusammenschrauben. Ein T-Shirt hat keiner mehr an. „Da muss man schon ein wenig aufpassen, dass man sich nicht am heißen Metall verbrennt“, sagt Frank Schmidt vom Aufbauteam im Gespräch mit unserer Zeitung, dass vor allem die Stahlteile gefährlich heiß werden.

Tom Petschenka, als Produktionsleiter vom Veranstalter Provinztour mit der gesamten Koordination beauftragt, findet die hohen Temperaturen nicht so schlimm: „Wir sind richtige Maschinen, uns macht das nichts aus“, sagt er schmunzelnd und verrät, dass sie die Temperaturen gewöhnt sind. Thomas Gaa vom Schloss ergänzt: „Zeit zum Blödsinn machen muss es immer mal ein bisschen geben.“ Schließlich wird sonst im Akkord gearbeitet, die 25 Meter breite, zehn Meter hohe und elf Meter tiefe Bühne muss ja innerhalb von zwei Tagen komplett fertig sein. Heute Abend wird hier schon Weltstar Joan Baez auftreten.

Zuerst gilt es, die Bühnenfläche aufzubauen. Die muss gerade sein und an den unebenen Untergrund angepasst werden. Sie wird umringt von vier Pfeilern, an denen das Dach und die Seitenwände hochgezogen werden. Die Metallträger fürs Dach schraubt Atila Tahnes gerade zusammen und kommt dabei ordentlich ins Schwitzen. „Vielleicht stelle ich mich später zum Abkühlen mal kurz untern Rasensprenger“, sagt er und blickt auf die Fontänen über der Wiese vor der Bühne, auf der noch 4000 Stühle aufgestellt werden müssen.

Fünf vollgepackte Lastwagen

Die meterlangen Metallträger des Daches werden auf der Bühne zusammengebaut und dann mit Motoren nach oben gehievt. Um diese an Ort und Stelle zu bringen, muss Marco Korn in luftige Höhen klettern. Kollege Schmidt sichert ihn dabei von unten und befestigt die Maschinen an einer dicken Eisenkette. „Wenigstens ist es oben ein bisschen windiger, das macht die Hitze erträglicher“, sagt Korn. Im Verlauf der Arbeiten muss er noch oft klettern, besonders, wenn Seitenplanen und Dachabdeckung nach oben gebracht werden.

Das gesamte Equipment haben fünf Lastwagen angefahren, „drei lieferten die Bühnenteile und zwei transportierten die Licht- und Tontechnik“, erklärt Routinier Petschenka und sagt: „Regen wäre viel schlimmer als die momentane Hitze. Die ist nur unangenehm, aber wenn es richtig nass wird, bedeutet das viel Arbeit für uns.“ Denn dann werde nicht nur die Bühne rutschig und das Klettern gefährlicher, auch könne man bei Regen nicht mehr mit den Gabelstaplern über den Rasen fahren. „Dann müssten wir die gesamte Technik abdecken, damit die hochwertigen Boxen und Lichtanlagen nicht kaputt gehen“, sagt der Projektleiter.

Die Licht- und Tontechnik auf der Bühne fordert die Männer in diesem Jahr besonders. Nach den Konzerten von Joan Beaz (heute), Van Morrison (morgen) und Tom Jones am Samstag, die alle selbst nur wenig Equipment mitbringen, muss sie für Sonntag komplett abgebaut werden. „Ina Müller kommt mit ihrer eigenen Technik“, erklärt Petschenka: „Das heißt, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag mindestens bis 3 Uhr gearbeitet werden muss. Das übernimmt mein Kollege Marko Kern.“

Damit der Ausbau der Technik mit den großen Boxen, den vielen Scheinwerfern und den unzähligen Kabelverbindungen reibungslos klappt, „werden wir den Platz mit Flutlicht ausleuchten“, erklärt Gaa. Viel Zeit haben die Monteure in der Nacht für den Abbau nicht. Denn um 8 Uhr kommen schon die Techniker von Ina Müller und beginnen mit dem Einbau der eigenen Technik.

Info: Video von Joan Baez unter www.schwetzinger-zeitung.de

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