Schwetzingen

„Iwwa die Brick“ Fleming-Erben sehen Markenrechtsverletzung

Revue muss Titel ändern

Archivartikel

Der Todestag von Joy Fleming (= 72) jährt sich am 27. September zum zweiten Mal. Um ihr ein kulturelles Denkmal zu setzen, hat Joerg Steve Mohr, Intendant des Schwetzinger Theaters am Puls, mit Sängerin Susan Horn, dem Keyboarder Claude Schmidt und Flemings Tochter Heidrun Kattermann eine Revue zusammengestellt, die den Titel „Iwwa die Brick“ bekam. Diese Hommage feierte im September 2018 Premiere und sorgte für ausverkaufte Vorstellungen im TaP, im Schatzkistl Mannheim und in der Alten Werkstatt in Frankenthal (wir berichteten).

Nun gab es einen vor Gericht protokollierten einvernehmlichen Vergleich mit der Familie Liebenow, den Erben Joy Flemings um ihren Sohn Bernd Peter Fleming, sowie der für diese Revue gegründeten GbR, der die oben genannten Macher angehören. Ergebnis: Der Name Joy Fleming darf nicht mehr im Titel der Musikrevue „Iwwa die Brick“ auftauchen. Das teilte Joerg Steve Mohr unserer Zeitung mit. „Zukünftig soll unser Stück deswegen nur noch mit dem Titel ,Iwwa die Brick – Eine Hommage‘ angekündigt, beworben und aufgeführt werden“, heißt es weiter. So wird es auch in den neuen Programmheften des Theaters aufgeführt, in dem auf die Vorstellungen am 13. Oktober, 11 Uhr, sowie 27. Oktober, 19 Uhr, hingewiesen wird.

Der Vergleich geht auf eine Zivilklage zurück, die die Familie um Bernd Peter Fleming Ende 2018 am Mannheimer Landgericht angestrengt hat. Das teilte seine Anwältin Anna Maria Köhler von der Kanzlei Tiefenbacher auf Anfrage dieser Zeitung mit. Mit dem Vorwurf einer Markenrechtsverletzung konfrontiert worden zu sein, tut den Vertretern der GbR weh und sei in keinster Weise beabsichtigt gewesen. Das wird im Gespräch mit Mohr genauso deutlich wie mit Sängerin Susan Horn: „Für uns war es wichtig, das Gedenken an Joy Fleming hochzuhalten und es zu ehren und damit auch die Fans zu beglücken“, verdeutlicht Horn.

„Es ist natürlich im Sinne unserer Mandanten, ihrer Mutter ein nicht nur kleines, sondern ein ihr gebührendes Denkmal zu setzen“, reagiert Anwältin Köhler auf die Frage dieser Zeitung, dass es doch eigentlich im Sinne der Erben sein müsse, einer großen Musikerin der Region ein kleines Denkmal in Form dieses Stücks zu setzen. In der Stellungnahme heißt es weiter: „Deshalb verleihen unsere Mandanten auch den Joy-Fleming-Preis. Bei dieser Veranstaltung handelt es sich um die Verleihung eines mit 2000 Euro dotierten Preises, der an Nachwuchskünstler für deren musikalische Förderung verliehen wird. Auch das im März im Mannheimer Capitol aufgeführte Benefizkonzert fand statt, um die Verstorbene zu ehren. Unseren Mandanten ist es wichtig, das musikalische Erbe ihrer Mutter hochzuhalten. Dies soll aber nicht dazu führen, dass der Name und das Ansehen der Mutter von Dritten wirtschaftlich genutzt wird. Deshalb veranstalten unsere Mandanten lediglich Benefizkonzerte und verleihen den Preis für Nachwuchsmusiker aus der Region im Namen ihrer Mutter – all dies völlig frei jeglicher kommerzielle Interessen.“ Laut Anwältin Köhler wurden weder finanzielle Ansprüche geltend gemacht, noch finanzielle Entschädigung gegenüber der GbR erhoben. Ein Beigeschmack bleibt dennoch. Auch wenn es laut Anwältin rechtlich nicht relevant ist: Die Marke „Joy Fleming“ wurde am 28. Juni 2018 im Markenregister veröffentlicht. Da waren die Planungen zum Stück längst fortgeschritten und erste Veröffentlichungen in den Medien erfolgt. kaba

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