Schwetzingen

GRN-Klinik Förderverein stiftet mobilen Kühlschrank für Schwerstkranke / Eis und Getränke helfen bei trockenem Mund und Schluckbeschwerden

Rollendes Kleinod hilft Palliativpatienten

Angekündigt war es bereits im vergangenen Jahr, nun ist es Realität geworden: ein Schränkchen mit integriertem Kühlschrank und Elektroanschluss für Palliativpatienten. Ermöglicht hat diese Anschaffung im Wert von rund 1750 Euro der Verein zur Förderung der Palliativversorgung an der GRN-Klinik Schwetzingen, dessen Vorsitzender Jürgen Ehret das fahrbare Möbelstück an das Palliativteam der Klinik übergab. Das teilt die GRN-Klinik mit.

Der von der Schreinerei Hessenauer in Leimen-St. Ilgen speziell angefertigte Schrank steht schwer oder unheilbar kranken Patienten zur Verfügung, die nicht in einem der beiden speziell eingerichteten Palliativzimmer der Klinik untergebracht werden können. Durch unten angebrachte Rollen kann er leicht von einem Zimmer ins andere gefahren und nach individuellen Bedürfnissen genutzt werden.

Hygiene und Ästhetik

Markus Bender, neuer Chefarzt der Alters- und Palliativmedizin, bedankte sich beim Palliativverein im Namen seines Teams und aller Patienten, die von den Vorzügen des rollenden Kleinods profitieren werden. Der etwa je einen Meter breite und tiefe, 60 Zentimeter hohe Schrank enthält einen kleinen Kühlschrank mit Gefrierfach, so dass für Patienten im Zimmer ein kleiner Getränke- und sogar Eis-Vorrat angelegt werden kann; denn viele Schwerstkranke leiden unter Trockenheit oder wunden Stellen im Mund und haben gleichzeitig Beschwerden beim Schlucken, so dass ein Speiseeis angenehmen Geschmack und auch Kühlung verschafft.

Die in das Schränkchen integrierte Steckdosenleiste bietet beispielsweise Anschlüsse für eine Aroma-Lampe, ein Radio, einen Wasserkocher oder eine Kaffeemaschine. Zudem ist das neue Möbelstück durch seine Ausstattung mit Buchenholz und Granit-Stein-Abdeckplatte nicht nur praktisch und hygienisch, sondern auch schön anzuschauen.

Die Palliativmedizin ist eine wichtige Hilfe, wenn die Heilung einer schweren Erkrankung nicht mehr möglich und die verbliebene Lebenszeit spürbar begrenzt ist. Oberstes Ziel ist es dann, dem schwerkranken Patienten zu so viel Lebensqualität wie möglich zu verhelfen – mit einer aktiven, ganzheitlichen Behandlung und Pflege.

Vertraute Umgebung

Die Palliativmedizin ist aus der GRN-Klinik nicht mehr wegzudenken, heißt es in der Pressemitteilung. Seit 2008 wurde die Behandlung der unheilbar erkrankten Patienten mit einem eigenen „Palliativmedizinischen Konsil“ – einem Team bestehend aus speziell geschulten Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern, Physiotherapeuten sowie einer Seelsorgerin – stetig intensiviert und ausgebaut. Pro Jahr kümmern sie sich um rund 60 bis 100 solcher Patienten, wenn deren Beschwerden ambulant nicht ausreichend behandelt werden können. Oberste Priorität ist dabei immer, die Patienten so zu stabilisieren, dass sie die ihnen verbleibende Zeit zuhause bei ihrer Familie, in der vertrauten Umgebung einer Pflegeeinrichtung oder in einem Hospiz verbringen können.

Darüber hinaus gibt es seit 2015 zwei Palliativzimmer auf der gynäkologischen Station G3. Die Zweibettzimmer können bei Bedarf als Einzelzimmer genutzt werden, damit die schwerstkranken Patienten und ihre Angehörigen Raum und Ruhe für sich haben.

Der Verein zur Förderung der Palliativversorgung an der GRN-Klinik Schwetzingen wurde im Juni 2016 gegründet. Der zündende Funke ging von Jürgen Ehret aus, der in seiner Zeit als Chefarzt der Geriatrie mit seinem Team die Palliativmedizin an der Klinik etablierte. Eine Vereinsmitgliedschaft steht allen Interessierten offen. Gemeinsam werden bei Veranstaltungen, Infoständen oder ähnlichen Aktionen Spenden eingeworben, die unmittelbar der Palliativversorgung der Klinik zugutekommen. Neben der weiteren Ausstattung der Palliativzimmer will der Verein auch Weiterbildungen der Gesundheits- und Krankenpfleger sowie zusätzliche Angebote wie Musik- und Atemtherapie finanzieren. Ziel ist es, den Patienten ihre noch verbleibende Zeit nicht nur schmerz- und angstfrei, sondern auch würdevoll zu gestalten. zg

Info: Weitere Informationen unter www.vfpv-schwetzingen.de

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