Schwetzingen

Hebel-Gymnasium Theater-AG zeigt „Der eingebildete Kranke“

Scheintod als Aha-Erlebnis

Archivartikel

„War doch eine gute Idee mit dem Sterben“, erkennt der schwerreiche Argan, als er seinen vorgetäuschten Tod „beendet“. In der Komödie „Der eingebildete Kranke“ haben die Zuschauer viel zu lachen, wenn beispielsweise der „Tote“ seine ganze Verwandtschaft belauscht. Die Theater-AG des Hebel-Gymnasiums hatte das bekannte Stück von Jean-Baptiste Molière ausgewählt, weil sich die jungen, talentierten Darsteller mit sichtbarer Spielfreude hier in den lustigen Szenen beweisen können.

Die Komödie ist fast 350 Jahre alt, aber immer noch aktuell: Der Protagonist Argan – gespielt von Martin Wilhelm – nimmt seine scheinbaren Krankheitssymptome zu ernst und bildet sich daher vielerlei Leiden ein. Das ist dem Apotheker (Frederik Adam) natürlich sehr recht, denn er kann viel Geld an Argan verdienen, indem er ihm seine Ladenhüter teuer verkauft. Auch seine Ehefrau (Lorida Disha) bestärkt Argan im Gefühl, todkrank zu sein, denn sie spekuliert nur auf das Erbe. Sein Arzt (Anton Hardt), seine Schwester (Lena Müller) und vor allem das Dienstmädchen (Laetitia Dobiasz) durchschauen jedoch sowohl die falschen Krankheiten als auch die Absichten des Umfelds. Sie überreden Argan schließlich, sich tot zu stellen.

Die wahre Zuneigung siegt

Sogleich freut sich die Frau auf ein Leben in Luxus und der Apotheker jammert über den Einnahmeneinbruch. Die „wahre Liebe“ seiner Töchter sowie die Zuneigung des Dienstmädchens kommen ans Licht und tragen zum Happy End bei.

In weiteren Rollen überzeugten die AG-Neuzugänge Emilia Pilato und Marius Lauff. Das geschickte Bühnenbild, gebaut von Kunstlehrerin Sabine Grimm, trug zum Erfolg der Inszenierung bei. Die Theater-AG wurde erstmals von Andreas Syrowatka geleitet, der auch viel Improvisationstraining und andere schauspielerische Übungen mit den Schülern durchführte. Das Ergebnis: ein unterhaltsamer Abend. zg/bs

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