Schwetzingen

Landgericht Mannheim Prozess gegen Schwetzingerin beginnt / Damals 53-Jährige soll den zwei Jahre älteren Mann getötet haben

Schlug Ehefrau aus Eifersucht zu oder hat sie sich gewehrt?

Zu einer tragischen Beziehungstat kam es Anfang Oktober 2018 im Ostpreußenring. Eine damals 53-Jährige soll ihrem zwei Jahre älteren Ehemann mit stumpfer Gewalt eine tödliche Kopfverletzung zugefügt haben (wir berichteten).

Demnächst beginnt vor der Strafkammer des Landgerichts Mannheim der Prozess wegen des Verdachts des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung. Der Angeklagten, die sich seither in Untersuchungshaft befindet, wird zur Last gelegt, am Abend des 1. Oktober in der gemeinsamen Wohnung ihrem Ehemann zunächst mit einem Besenstiel und danach mit einer Aluminiumkrücke wiederholt auf den Kopf geschlagen zu haben. Dabei soll sie geäußert haben, ihn umbringen zu wollen, so die Anklage.

Der 55-Jährige soll durch die Schläge unter anderem zwei Platzwunden davongetragen haben. Am frühen Morgen des 3. Oktober soll die Beschuldigte schließlich ihren Ehemann mit mehreren kräftigen Schlägen mit einem massiven Teelichthalter auf den Kopf getötet haben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Einige Stunden nach der Tat habe die Frau dann die Polizei gerufen, um sich festnehmen zu lassen. Am Telefon habe sie den Beamten mitgeteilt: „Ich habe wohl meinen Mann erschlagen.“

Neun Fortsetzungstermine

Das Schwurgericht muss nun prüfen, ob ein länger andauerndes eheliches Zerwürfnis oder die anscheinende Absicht des Mannes, sich von seiner Frau zu trennen und mit einer anderen zusammenziehen zu wollen, das Motiv für die Bluttat in der Nacht zum Tag der Deutschen Einheit gewesen sein könnte. Die Beschuldigte habe die Tatabläufe zwar im Wesentlichen eingeräumt, will sich aber in der Tatnacht gegen Angriffe ihres Mannes gewehrt haben, heißt es in der Anklageerhebung.

Die Hauptverhandlung vor der Strafkammer des Landgerichts Mannheim beginnt am Freitag, 23. August, um 9 Uhr. Für den Totschlagsprozess sind insgesamt neun Fortsetzungstermine bis 8. Oktober angesetzt. vw

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