Schwetzingen

SPD 60 plus Landtagsabgeordneter Daniel Born diskutiert mit den Älteren über die Jüngeren

Schüler brauchen Nachhilfe

Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf die Schulkinder in Baden-Württemberg? Diese Frage stellte sich die SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus und hatte dazu ihren Abgeordneten Daniel Born eingeladen. Der Abgeordnete verwies auf Defizite im Schulbereich durch die grün-schwarze Landesregierung.

Es sei unverständlich, so Born, dass ein breites Nachhilfeprogramm in diesem Schuljahr fehle, wodurch gerade Schüler der unteren Klassen ihren altersgemäßen Lernstoff ungenügend vermittelt bekämen, denn es habe sich gezeigt, dass Kinder nach längerer Schulunterbrechung massive Bildungsdefizite aufweisen. Diese Nachteile seien nur durch ein konsequentes, erweitertes Bildungsangebot wiedergutzumachen.

Die als Reaktion auf den SPD-Vorschlag eines Nachhilfeprogramms von Ministerin Eisenmann gestrickten Lernbrücken seien nicht ausreichend finanziert gewesen und hätten zu kurz gegriffen. Dies sei aber, so der Bildungspolitiker, typisch für das Handeln von Grün-Schwarz. „Mit dem Tag der Schulschließungen im März hätte eine Task-Force, bestehend aus Lehrern, Eltern, Kommunen, Schülern und Gesundheitsexperten gegründet werden müssen“, so Born. Die SPD habe früh das Konzept für ein krisenfestes Klassenzimmer vorgelegt, an dem der Schwetzinger Landespolitiker mitgearbeitet hat.

Für die Schulen wäre es von Bedeutung gewesen, jetzt für mehr Lehrkräfte und eine bessere elektronische Ausstattung zu sorgen. Auch die Situation für neue Lehrkräfte hätte man überdenken können. Zudem müsse endlich Schluss sein mit der Praxis, junge Referendare nach ihrer Ausbildung in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Abwanderungen in andere Bundesländer seien an der Tagesordnung. Die SPD fordere schon seit Langem eine Lehrerausstattung von 106 Prozent für ein flächendeckendes Schulsystem.

Die Teilnehmer der AG 60 plus waren sich einig, dass Kinder in Kitas, Kindergärten und den unteren Klassen besondere Förderungen erhalten sollten. Ein koordinierter Bildungsplan mit Nachhilfeprogramm wäre vonnöten. Es wurde die Frage aufgeworfen, was sich im Schulsystem gegenüber früher denn verbessert habe. Die Ausstattung mit elektronischen Hilfsmitteln, nicht zuletzt nutzbar für Videounterricht, sei überwiegend nicht vorhanden und Lehrer, die für computergestützten Unterricht ausgebildet sind, seien immer noch Mangelware. Bemängelt wurde zudem die Auswirkung des Föderalismus auf die schulische Bildung in den Ländern: Jedes Land gehe andere Wege. Das sorge für große Unstimmmigkeiten. zg/wm

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