Schwetzingen

Hirschackerwald Nabu feiert Abschluss von 20 Ehrenamtlichen

Schutzgebietsbetreuer stehen in den Startlöchern

Schutzgebiete vor der Haustür kennen und schützen lernen: Mit diesem Ziel haben 20 Naturschutzinteressierte aus den Kreisen Calw, Baden-Baden, Rastatt, Stadt und Land Karlsruhe sowie aus dem Rhein-Neckar-Kreis seit September den 60 Unterrichtsstunden umfassenden Lehrgang des Naturschutzbundes (Nabu) für Schutzgebietsbetreuende besucht und jetzt erfolgreich abgeschlossen. Zur Urkundenübergabe reisten die ehrenamtlichen Naturschützer nach Schwetzingen, heißt es in einer Pressemitteilung des Nabu.

Dort bot das Naturschutzgebiet Hirschacker im Biodiversitäts-„Hotspot“ mit seinen Binnendünen und Flugsandfeldern einen einzigartigen Rahmen für den Kursabschluss. In dem Gebiet engagiert sich der Nabu mit Unterstützung von Bund und Land im Rahmen des Projekts „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“ seit vier Jahren erfolgreich.

Lebensräume entwickeln

„Wir haben diesen besonderen Ort ausgewählt, um unseren Aktiven zu zeigen, welch tolle Chancen in ihrer Arbeit stecken und welche Lebensräume sich auch mit ihrer Hilfe entwickeln und schützen lassen“, sagt Annette da Luz Correia vom Nabu Baden-Württemberg, die Leiterin des Schutzgebietsbetreuer-Projekts. Welche Aufgaben im Fall Hirschacker ehrenamtlich Aktive erwarten, darüber berichtete Frank Nürnberg, der seit 2016 dort als Schutzgebietsbetreuer im Einsatz ist.

„Die Ehrenamtlichen sind eine wichtige Schnittstelle zwischen Naturschutz und Bevölkerung in den Gebieten. Sie bringen Menschen, die auf dem Rad, mit ihrem Hund oder wandernd das Gebiet erkunden, die wertvolle Tier- und Pflanzenwelt näher, machen die Behörden auf Störungen aufmerksam und helfen so, kostbare Lebensräume zu bewahren und zu verbessern“, beschreibt da Luz Correia die Aufgaben. Für ihre Abschlussprüfungen hatten die Ehrenamtlichen eine Gebietsbeschreibung ihres voraussichtlich zu betreuenden Gebiets erarbeitet, einen Ausschnitt einer naturkundlichen Führung präsentiert sowie einen schriftlichen Test zu den Seminarinhalten gemeistert.

Besucher aufklären

„Wir freuen uns sehr auf die tatkräftige Unterstützung unserer Naturschutzarbeit“, sagt Elke Gladitsch, die das Projekt für die Stadt Baden-Baden betreut. Drei der Ausgebildeten sollen die bisherige Betreuung in den Naturschutzgebieten erweitern, insbesondere in den Gebieten Sauersbosch, Pfrimmersbach- und Märzenbachtal, dem Battertfelsen beim Schloss Hohenbaden und am Bruchgraben. Sie kümmern sich um die Gebiete und klären Besucher über die Schutzgebietsvorschriften auf. „Die Besucher sollen vor allem über die Schönheit und Vielfalt der Natur und Landschaft in den jeweiligen Schutzgebieten informiert werden. Daher war uns sehr wichtig, dass die Ausbildung fundiert ist“, sagt Gladitsch.

In ganz Baden-Württemberg unterstützen Ehrenamtliche die staatliche Naturschutzverwaltung bei der Betreuung naturschutzfachlich wertvoller Gebiete. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung können die 20 Schutzgebietsbetreuenden in den ehrenamtlichen Naturschutzdienst der beteiligten Stadt- und Landkreise berufen werden, die Gebiete werden in Absprache mit der Naturschutzverwaltung vor Ort bestimmt.

Beobachten und kontrollieren

Die Ausbildung „Schutzgebietsbetreuer 2.0“ knüpft an ein Vorgänger-Projekt an, bei dem der Nabu in Baden-Württemberg 2015 und 2016 insgesamt 45 Schutzgebietsbetreuerinnen und -betreuer ausgebildet hat. Sie beobachten und kontrollieren Gebiete und darin lebende Tier- und Pflanzenarten und machen Öffentlichkeitsarbeit. zg

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