Schwetzingen

Allwetterbad Gesperrtes Schwimmerbecken verärgert Gäste / Kommunikation über die Einschränkung bemängelt

Schwarzer Sonntag fürs Bellamar

Archivartikel

Schwetzingen.Sonne satt und tropische Temperaturen: Bestes Freibadwetter herrschte auch am Wochenende. Viele Bellamar-Besucher waren jedoch verwundert, als man ihnen am Sonntag den Zutritt zu den Außenbecken verwehrte. Tiefschwarz war dort das Wasser und Gäste zeigten sich verärgert – vor allem deshalb, weil kein deutlicher Hinweis auf diese Einschränkung vor dem Bellamar-Besuch erkennbar war. Einzig in Gruppen auf Facebook kursierten entsprechende Meldungen, von offizieller Seite, also der Bäderleitung, war kein Hinweis zu finden. Erst an den Eingängen wiesen Schilder darauf hin.

„Warum schreibt ihr denn nichts in der Samstagsausgabe darüber?“, schimpfte eine Leserin am heutigen Sonntag am Telefon beim Anruf in unserer Redaktion und schob nach: „Ihr als Zeitung müsst das doch wissen!“ Aber die Zeitung kann eben nur das schreiben, was sie weiß beziehungsweise nachprüfen kann. Ein Leser schrieb am Sonntag an die Redaktion: „Nachdem die Freibadbecken des Bellamars bereits am Freitagnachmittag gesperrt waren, lief der Badebetrieb am Samstag wohl ungestört. Am heutigen Sonntagvormittag wurden die Außenbecken aber erneut gesperrt. Offenbar gibt es technische Probleme mit dem Kohlenstofffilter. Natürlich können technische Probleme jederzeit auftreten – dagegen ist niemand gefeit. Dumm gelaufen ist es, wenn es an einem Wochenende mit Traumwetter passiert. Unverständlich ist es aber, wenn man in der heutigen Zeit erst am Eingang des Bellamar von der Sperrung erfährt. Auf den Webseiten bellamar-schwetzingen.de und schwetzingen.de sind keinerlei Information zu finden. Vermutlich hat sich bei den Verantwortlichen der Nutzen der so genannten ,Neuen Medien‘ (die ja eigentlich kein Neuland mehr sein sollten) noch nicht herumgesprochen“, hinterfragt er diese Kommunikationspolitik und wünscht sich, „dass in der Montagsausgabe“ dieser Zeitung über den aktuellen Stand etwas zu lesen ist, „dann weiß ich, ob ich meinen ,Frühschwimmertermin‘ wahrnehmen kann oder nicht.“

Leicht war es nicht, fundierte Informationen seitens der Verantwortungsträger zu bekommen. Am späten Sonntagnachmittag erreichte die Redaktion jedoch Dieter Scholl auf dem Handy, der umgehend Auskunft erteilt: „Wir haben momentan ein technisches Problem“, erklärte der technische Geschäftsführer der Stadtwerke. Für die schwarze Färbung des Wassers sei Aktivkohle verantwortlich. Diese sei vermutlich aus einem der drei Filter ausgetreten, die für die Wasseraufbereitung zuständig sind. Welcher Filter genau betroffen sei, müsse eine Fachfirma am Montag klären. „Das passiert aber alles im Keller, die Becken müssen wir dafür nicht noch einmal sperren“, so Scholl. Das Schwimmen ist also möglich.

Keine Gefahr für die Gesundheit

Wichtig war ihm zu betonen, dass die Aktivkohle gesundheitlich völlig unbedenklich sei. Reinigungsroboter, die auch nachts für Sauberkeit in den Becken sorgen, wurden eingesetzt, um die sich absetzende Kohle abzusaugen.

Den Ärger einiger Besucher, dem diese teilweise auch in den sozialen Medien Luft machten, konnte Scholl weniger nachvollziehen. Tatsächlich sei das Problem bereits am Freitag aufgetreten, aber nach zwei Stunden beseitigt gewesen, erklärt er, „am Samstag lief der Betrieb normal“. Als sich die Außenbecken am Sonntagvormittag wieder schwarz färbten, wurde es manchem Abkühlung suchenden Badegast zu bunt – auch wegen des Wochenendzuschlages. „Wir können nicht gleich den Preis reduzieren, weil ein Becken für zwei Stunden nicht benutzbar ist“, verwies Scholl auf das Konzept des Allwetterbades, „bei schlechtem Wetter geben wir ja auch keinen Nachlass“. Außerdem könne man ja drin schwimmen gehen. Bei Sonnenschein und blauem Himmel ist das freilich nicht für jeden ein schlagkräftiges Argument, gerade nicht für die Stammschwimmer, die nur für kurz kommen, um ihre Bahnen zu ziehen.

Bäderleiter Alexander Happold meldete sich ebenfalls am späten Sonntagnachmittag auf Anrufe der Redaktion und gab in Sachen rechtzeitige Kommunikation etwa übers Internet zu, dass dies „nicht ganz glücklich gelaufen sei“. Nachdem das Problem am Freitag aufgetreten war, hatten die Verantwortlichen gehofft, es vor dem Wochenendansturm in den Griff zu bekommen. Dann sah man Sonntagmorgen im wahrsten Sinne des Wortes wieder schwarz. sb/kaba

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