Schwetzingen

Schlossgarten Grüne Jugend und Staatssekretär Dr. Andre Baumann führen in der Nacht durch Park

Seltene Einblicke in die Welt der Fledermäuse

Archivartikel

Die Grüne Jugend Kurpfalz-Hardt lud zur Fledermauswanderung in den Schlossgarten ein. Die Exkursionsleitung übernahm der Staatssekretär des Umweltministeriums Dr. Andre Baumann.

Die Sprecherin der Grünen Jugend Kurpfalz-Hardt und Schwetzinger Gemeinderätin Weihua Wang freute sich über das rege Interesse an der Fledermauswanderung und stellte bei dieser Gelegenheit die junge politische Organisation vor, die sie letztes Jahr zusammen mit Co-Sprecher und Gemeinderat in Neulußheim, Alexander Mansel, gegründet hat: „Wir möchten uns für eine zukunftsgerichtete Politik einsetzen und beschäftigen uns insbesondere mit Themen wie die Arbeitswelt und Mobilität der Zukunft, die Zukunft von Europa, Nachhaltigkeit sowie Natur und Umweltschutz.“ Nach der Apothekenführung, dem veganen Kochkurs und einer Kleidertauschparty, sei es nun die vierte Aktion der Gruppe innerhalb kürzester Zeit.

Andre Baumann führte bis in die späteren Abendstunden durch die Natur des Schlossgartens, die divers ist und Raritäten aufweist. Bis die nachtaktiven Fledermäuse als Highlight der Exkursion zu sehen waren, gab der Staatssekretär zahlreiche Informationen. „Der Schwetzinger Schlossgarten ist ein Eldorado für Fledermäuse: In den alten Bäumen finden viele Fledermausarten ihre Quartiere. Im Mosaik aus Wasserflächen und Kanälen, Wiesen und Baumgruppen finden Fledermäuse ausreichend Nahrung – Insekten“, erklärte er.

Fledermäuse ernährten sich ausschließlich von Insekten. Deshalb sei das Insektensterben gerade für Fledermäuse eine „Katastrophe“. Wie Fledermäuse auf Fledermausjagd gehen, das durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem Spiel selbst erleben. Die beiden „Fledermäuse“, Teilnehmer, denen die Augen verbunden wurden, hatten in einem Kreis zwei „Falter“, andere Teilnehmer, zu fangen. Spielerisch gelernt, dass Fledermäuse oft, aber nicht durchgehend zur Orientierung Rufe ausstoßen müssen.

Energiewende vorantreiben

Ebenso erhielten die Anwesenden Einblick in das Arbeitsfeld des Staatssekretärs und Baumann erläuterte die Eckpunkte der Umweltpolitik der grün-schwarzen Landesregierung. „Wir wollen die Energiewende weiter vorantreiben, das ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz und er kommt auch bei unserer Wirtschaft an“, sagt Baumann. Der Ausbau der Windkraft sei in den vergangenen Jahren deutlich vorangegangen. Baumann kritisierte jedoch das aktuelle Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Ausbau der Windkraft gerade in Baden-Württemberg ausbremse. „Wir brauchen dringend eine Novelle des EEG, damit der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg weiter voranschreitet.“ Er wünschte sich auch einen stärkeren Ausbau der Windkraft im Rhein-Neckar-Kreis.“

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt sei der Schutz der biologischen Vielfalt. „Die grün-geführte Landesregierung hat den Naturschutz dorthin gerückt, wo er hin gehört: in den Mittelpunkt der Landespolitik. Naturschutz bedeutet das zu erhalten, was uns erhält“, sagte Baumann. Innerhalb von zwei Legislaturperioden seien die Mittel für den Naturschutz von 30 auf 90 Millionen Euro pro Jahr erhöht worden. „Zusätzlich haben wir ein 36 Millionen Euro schweres Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt aufgelegt. Wir handeln. Wir wollen unsere Kulturlandschaften mit der Landwirtschaft und die Artenvielfalt im Land erhalten“, sagte Baumann. Dieser Aufwuchs an Naturschutzmitteln sei in der bundesdeutschen Geschichte beispiellos. „Hier merkt man: Grün macht den Unterschied.“ zg

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