Schwetzingen

Ausbildung Feuerwehrmänner des Unterkreises erarbeiten ihre künftigen Aufgaben als Truppführer in Theorie und Praxis / Abschlussprüfung erfolgreich absolviert

Sie übernehmen Verantwortung für Kameraden

Schwetzingen/Region.Es ist ein Samstagmorgen und es regnet, als acht Feuerwehrmänner zu ihrem Lehrgang ins Schwetzinger Feuerwehrgerätehaus fahren. Drei Wochenenden haben sie insgesamt vor sich, drei Wochenenden, an denen sie zu Truppführern ausgebildet werden.

„In diesem Jahr sind wir eine recht kleine Ausbildungsgruppe, aber selbstverständlich findet der Lehrgang wie in jedem Jahr statt“, erklärt der Leiter des Ausbildungsteams aus dem Unterkreis Schwetzingen, Thorsten Lehrenkrauß aus Altlußheim. „Truppführer sind wichtig für unsere Feuerwehren, denn sie übernehmen, wie es der Name schon sagt, das Führen eines Trupps. Ein Trupp besteht in der Regel aus zwei Feuerwehrleuten. Der Truppführer hat die Verantwortung dafür, dass die Befehle des Gruppenführers richtig ausgeführt werden und steht mit diesem auch immer über Funk in Kontakt. Hinzu kommt auch, dass ein Truppführer Gefahren schell erkennen und einschätzen kann“.

Übung macht den Meister

Die Teilnehmer sind sich ihrer kommenden, verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und lassen sich auch von nassem und kaltem Herbstwetter nicht entmutigen ihre Übungen zu meistern. „Im richtigen Einsatz müssen wir auch bei jedem Wetter raus und helfen, also tun wir das auch bei der Ausbildung“, ist sich die Gruppe einig, die nun einen angenommenen Zimmerbrand bekämpfen muss.

„Angriffstrupp zur Brandbekämpfung mit erstem Rohr ins erste Obergeschoss über die Steckleiter vor“, gibt Ausbilder Michael Reicher den Einsatzbefehl, der vom Führer des Angriffstrupps wiederholt wird. Nun gehen alle ihre Wege und jeder weiß, was er zu tun hat. Masken und Atemschutzgeräte werden angelegt, Funkgeräte und Lampen in die Taschen der Einsatzjacken gesteckt, der Beutel mit der Feuerwehrleine wird umgehängt und dann die Steckleiter vom Dach des Feuerwehrfahrzeuges geholt.

Zwei Trupps bringen die Leiter in Stellung und ein dritter sorgt dafür, dass die Wasserversorgung und die Schläuche für die Brandbekämpfung aufgebaut werden. Die Ausbilder verfolgen die Arbeit der angehenden Truppführer genau und geben immer wieder Tipps, erklären, wie die Einsatzaufträge noch besser, sicherer und effektiver ausgeführt werden können.

Immer neue Herausforderungen

Mittlerweile ist der Angriffstrupp über die Leiter im ersten Obergeschoss angelangt und beginnt mit der Brandbekämpfung. Dabei wird darauf geachtet, ob in der Wohnung weitere Gefahren lauern und zum Schutz der anderen Räume ein Rauchverschluss an der Tür, die zum Brandraum führt, angebracht. An diesem Übungstag müssen die acht Teilnehmer auch noch einen verletzten Feuerwehrmann mit Atemschutzgerät retten und einen Pkw- Brand bekämpfen.

Auch die nächsten beiden Wochenenden halten weitere Herausforderungen bereit. Ein Besuch im Schwetzinger Schloss führt die Feuerwehrleute in den Raum mit der Brandmeldeanlage. Dort bekommen sie die Funktion der Anlage erklärt. Wann und wie diese einen Alarm auslöst und welche Informationen sie für die Feuerwehr bereithält, um die Brandstelle schnell zu finden.

Auch auf was bei einem Brandsicherheitswachdienst bei Veranstaltungen zu achten ist, wird von den angehenden Truppführern in Theorie und Praxis behandelt. Das Retten von Menschen aus Fahrzeugen, zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall, nach einem Absturz oder wenn Menschen verschüttet oder unter schweren Lasten eingeklemmt sind, ruft die Feuerwehrleute dann wieder an die Rettungsgeräte. Nun müssen die Gruppen sich selbst überlegen, wie sie die jeweilige Rettung durchführen, welche Geräte sie einsetzen und wie sie die Einsatzstelle gegen weitere Gefahren absichern.

Der letzte Lehrgangstag ist auch der aufregendste, denn dann wird in der schriftlichen Prüfung das erlernte Wissen abgefragt. Auch ein praktischer Prüfungsteil entscheidet dabei, ob die Teilnehmer am Nachmittag ihre Urkunde überreicht bekommen, die ihnen bescheinigt, dass sie nun Truppführer sind. Und die Freude bei den Teilnehmern und Ausbildern ist groß, alle haben bestanden und werden in ihrer Feuerwehr nun noch mehr Verantwortung übernehmen können.

Dieser Lehrgang wurde von den Feuerwehrleuten übrigens in ihrer Freizeit besucht und erfolgte, genau wie der Feuerwehrdienst selbst, auf rein ehrenamtlicher Basis.

Und so loben die Verantwortlichen: Ein Engagement mit großer Verantwortung, einzig um Menschen zu helfen, ist nicht mehr selbstverständlich.

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