Schwetzingen

Awo-Hof Die „Allesretter“ und „Die Brücke“ verteilen 150 Lebensmitteltaschen / Spenden stammen von Kunden des Real-Marktes Brühl

Sie versorgen Bedürftige mit Lebensmitteln

Schwetzingen/Plankstadt/Brühl.Nudeln, Reis, Milch und Zucker waren in den Tüten. Auch Haferflocken, Knäckebrot und Schokolade. Schon nach einer Viertelstunde waren zwei Dutzend von 150 Lebensmitteltaschen weg. Die Aktion der Vereine „Allesretter“ und „Die Brücke“ kam sehr gut an.

Die Spenden für Obdachlose und bedürftige Menschen in der Corona-Krise stammten vom Real-Markt in Brühl. Es funktionierte ganz einfach: Die Kunden nahmen eine gepackte Spendentüte und bezahlten dafür 10 Euro an der Kasse. Die Tüten wurden gesammelt und vom Real-Markt für die Ausgabe im Hof der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Hebelstraße 6 weitergereicht. Dort ist seit Jahren auch ein „Fair-Teiler“-Schrank aufgestellt, der mit noch essbaren Lebensmitteln gefüllt ist, die sonst in der Tonne landen würden und an denen sich jeder bedienen darf. In Plankstadt ist der Kiosk am Rathausplatz eine Abgabestelle, an der gerettetes Essen, gespendete Kleidung sowie Haushaltsgegenstände weiterverteilt werden. Weitere Stellen haben die „Allesretter“ in Mannheim-Rheinau und in Ludwigshafen Mundenheim. Es gebe eigentlich alles, „was zu schade zum Wegwerfen ist“, sagt Gründer Peter Schmitt. Derzeit treffen mehr Lebensmittel ein als vor der Corona-Krise.

Dem „Allesretter“-Team geht es in erster Linie darum, Essen vor der Mülltonne zu bewahren. Der gemeinnützige Verein sucht auch für Schwetzingen noch eine Abgabestelle. „Wir bräuchten dringend neue Räumlichkeiten“, so Schmitt. In Rheinau in der Plankstadter Straße 4 müssen die „Allesretter“ zum Monatsende raus, deshalb werden neue Lagerräume gesucht. Man habe schon überall nachgefragt, bei der Bahn und beim Hafenamt in Mannheim, wegen der Corona-Pandemie dürfe aber derzeit nichts vermietet werden. Das Coronavirus bremst auch den 1995 gegründeten Trägerverein „Die Brücke“ aus. In der Wärmestube im Keller der Südstadtschule in der Moltkestraße bekommen Obdachlose und Menschen mit kleinem Einkommen Unterstützung, Zuspruch und ein warmes Mittagessen. Zurzeit muss die Küche aber kalt bleiben, sagt die zweite Vorsitzende Margrit Jäger, die sonst immer den Kochlöffel schwingt.

Neue Räume dringend gesucht

Jeden Mittwoch ab 12.30 bis 14 Uhr können aber Lebensmittel kostenlos abgeholt werden: „Einfach vorbeikommen und nachschauen, ob man etwas haben möchte.“ Die Spendentüten aus dem Awo-Hof beinhalteten noch haltbare Lebensmittel. „Es gibt genug Bedürftige, die sich so versorgen können“, so Schmitt.

Das „Brücke“-Team sucht ebenfalls seit Längerem händeringend nach neuen Räumlichkeiten. Die Wärmestube im Keller sei alles andere als barrierefrei, meint Margrit Jäger enttäuscht. Der Verein habe schon so lange den Wunsch nach einem neuen Zuhause, appelliert sie an private Vermieter. Außer vielen Versprechungen habe sich aber noch nichts weiter ergeben.

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