Schwetzingen

Hirschacker Zwei Tage lang strömen die Besucher in den nördlichsten Stadtteil / Stadtkapelle und Sängerbund sorgen für Schwung

Siedlerfest mit Reise in die Vergangenheit

Archivartikel

Die Siedler riefen und viele kamen: Das Siedlerfest ist alljährlich der gesellschaftliche Höhepunkt in Schwetzingens nördlichstem Stadtteil und im Verlauf der zwei Festtage fanden Hunderte Besucher den Weg aufs Festgelände rund um das weitläufige Siedlergemeinschaftsareal am Vereinslokal „Rheintal“.

Schon am Samstag füllten sich um die Mittagszeit die Reihen unter der Pergola im Hofgelände, als der Vereinsvorsitzende Rudi Hoffmann zusammen mit Oberbürgermeister Dr. René Pöltl beim von der Stadt gesponserten Seniorenessen das Fest offiziell eröffnete. Hoffmann freute sich, unter den zahlreichen Gästen auch Staatssekretär Dr. Andre Baumann vom Stuttgarter Umweltministerium begrüßen zu können. Was OB Pöltl in seinen Grußworten auch gleich zum Anlass nahm, den Hirschacker als den „grünsten“ Stadtteil Schwetzingens hervorzuheben. Der Wohnwert sei hier deshalb nicht zu verachten – man lebe hier gut, so das Stadtoberhaupt. Er komme immer sehr gerne in den Hirschacker, habe wegen dem Siedlerfest-Termin auch eine Urlaubsreise etwas verschoben. „Hier lebt das Gemeinschaftsgefühl vorbildlich und es ist schön, bekannte Gesichter wiederzusehen“, sagte er.

WM-Bildchen von 1954

Vielseitigkeit und Abwechslung waren diesmal Trumpf. Gerhard Rieger hatte einen originellen „Museumstisch“ vorbereitet, der viele der Besucher zum Staunen und Verweilen einlud. So gab es eine große Reproduktion einer betagten Landkarte der Kurpfalz von Christian Mayer aus kurfürstlicher Zeit zu sehen. Zudem beeindruckte Schwetzinger Notgeld aus der Inflationszeit von 1922, eine aus dieser Ära stammende Originalausgabe der „Schwetzinger Zeitung“, die sogar noch 20 Jahre älter war, und – passend zur bald beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft – ein fast 100-seitiges Büchlein mit Original-Abziehbildern vom „Wunder von Bern“ von 1954.

Auch an die Kinder wurde gedacht. In einem Bastelzelt zauberten Hannah und Steffi mit den Mädchen und Jungen gerollte Murmelbilder, bemalten Glückskäfer auf Kleeblättern und konstruierten bunte Fangbecher sowie Spiralscheiben. Abwechslungsreich gestaltete sich zudem die Speisekarte mit vielen gegrillten Spezialitäten. Vorbildlich und viel gelobt die „Aktiven Frauen Hirschacker“, die zur Kaffeezeit die Gäste mit einem üppigen Buffet selbst gebackener Kuchen und Torten verwöhnten. Bis in die Abendstunden hinein wurde ausgiebig gefeiert.

Auch der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre. Bei herrlichem Biergartenwetter blieb bei der musikalischen Frühschoppenunterhaltung der Stadtkapelle auf der Fest- und Schlemmermeile fast kein Platz frei. Die 30 Aktiven hatten unter der Leitung von Kapellmeister Manuel Grund ein sehr stimmungsvolles Repertoire parat. Sie nahmen ihre Zuhörer mit „American Patrol“, „Copacabana“, „Brasil“, „Spanish Fever“, „Girl from Ipanema“ und sogar dem „Schwabengruß“ auf einen Ausflug über den Erdball mit. Nicht fehlen durfte ein herzhaftes Geburtstagsständchen für den Siedlerbund-Vorsitzenden Rudi Hoffmann, der an diesem Tag sein 66. Wiegenfest feierte. Diesen Ehrentag nahmen am Nachmittag auch die Aktiven der Sängerbund-Formation „d’accord“ unter der Leitung von Elena Spitzner zum Anlass, ihm das Lied „Mit 66 Jahren“ (von Udo Jürgens) zu widmen. Oskar Hardung hatte mit dem Gedicht „Das ist Dir heut’ gut gelunge, Hunderte vun Leit sind zu Deim Gebortsdag kumme“ die passenden Reime parat. Auch für ihre schön intonierten Lieder „Wohlauf in Gottes schöne Welt“, „Jetzt kommen die lustigen Tage“ oder „Auf Ihr Freunde“ bekamen die Sängerbündler viel Applaus. rie

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