Schwetzingen

Vor der Pacht Kleingärten sind rar und doch begehrt / Vor einer Übernahme gibt es einiges zu beachten

So ergattert man die schönste Parzelle

Archivartikel

Der Trend der vergangenen Jahre deutete stets in eine Richtung: rein in die Städte, weg vom Land. In der Stadt angelangt, fehlt vielen das Grün, das als Ausgleich zum sonst so grauen Stadtbild dienen könnte. Viele junge Familien haben als preiswerte Alternative den Kleingarten für sich entdeckt. Dementsprechend groß ist mittlerweile die Nachfrage. Wenn es dennoch gelingen soll, eine kleine Oase zu ergattern, gilt es einiges zu beachten.

Was banal klingt, ist dennoch nicht jedem klar. Der Wunsch nach einem Kleingarten sollte ein langfristiger sein: Wer spontan in einen Kleingarten einziehen möchte, wird in Schwetzingen, Brühl oder Oftersheim bitter enttäuscht werden. Die Wartelisten in den Vereinen, die die Parzellen verpachten, sind lang. Wer absehen kann, dass er sich zum Beispiel wegen der Familiengründung, dem anstehenden Ruhestand oder einem Umzug in einer überschaubaren Zukunft einen Kleingarten zulegen will, sollte sich einfach direkt in die jeweilige Warteliste eintragen lassen. Zuvor sollte die Anlage der Wahl natürlich besichtigt werden, um einen ersten Eindruck vom Zustand zu gewinnen.

Gibt es öffentliche Toiletten oder sogar einen Kiosk? Welchen Eindruck macht der Gesamtzustand von Wegen und Bauten? Zudem sollten Interessenten angebotene Sprechstunden besuchen, sich vorstellen und prüfen, ob die beiderseitigen Vorstellungen zusammenpassen.

Die Lage ist mitentscheidend

Schaden kann es zudem nicht, wenn man hin und wieder nachhakt, um unzweifelhaft klarzumachen, dass das eigene Interesse ernst und langfristig ist. Irgendwann, nach Monaten oder sogar Jahren, erhält man endlich das ersehnte Angebot – eine Parzelle ist frei geworden. Wie bei jeder anderen Immobilie gilt dann als oberstes Gebot: Lage, Lage, Lage. Fällt in den Garten ausreichend Sonne? Dies wäre wichtig für reiche Ernten und üppigen Blumenschmuck. Oder handelt es sich um ein Eckgrundstück? Große Wegflächen und Heckenanteile bedürfen viel Pflege. Hohe Bäume in der Nähe der Parzelle bedeuten Schatten und viel abfallendes Laub im Herbst. Zudem sollte die Entfernung zum eigentlichen Wohnort berücksichtigt werden. Wer zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzt kann, ist klar im Vorteil.

Auch den Zustand des zum Garten gehörenden Gartenhauses gilt es genau zu begutachten. Nötige Reparaturen sind zeitaufwendig und können bei Pächtern, auch wenn sie handwerklich begabt sind, den Geldbeutel schwer belasten. Wichtig ist zudem, welche Pflanzen bereits auf der Parzelle wachsen, ob zum Beispiel vorhandene Obstbäume und -sträucher bereits im ersten Jahr Früchte tragen.

Zuletzt ist die Übernahme auch eine Frage des Geldes. Meist ist eine Abstandszahlung an den Vorpächter zu leisten, dessen Höhe vom Zustand von Laube, Garten und den Gartengeräten, die vor Ort bleiben, abhängt. Damit aber noch nicht genug. Ist der Garten gepachtet, werden regelmäßige Zahlungen an den Stadtverband, den Landes- sowie den Bundesverband fällig. Hinzu kommt die jährliche Pacht, mögliche Versicherungen, Wassergeld und Stromkosten.

Es gibt immer etwas zu tun

Ist das Interesse am eigenen Kleingarten immer noch so groß? Gut so. Nur eines gibt es noch zu beachten. Wer eher den entspannenden Liegestuhl als den Spaten im Kopf hat, sollte über das Projekt Kleingarten nochmals grundsätzlich nachdenken.

Durch eine nicht nur erwünschte, sondern vorgeschriebene Vielfalt an Schmuck und unterschiedlichen Nutzpflanzen gibt es im Kleingarten nämlich im wortwörtlichen Sinn immer etwas zu tun. Die paar Stunden Gemeinschaftsarbeit, die jedes Jahr geleistet werden müssen, fallen da kaum ins Gewicht. chh

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional