Schwetzingen

43. Mozartfest Bei der Uraufführung trifft ein historisches Instrument auf eine moderne Komposition

Spannende Mischung

Archivartikel

Das zweite Wochenende des 43. Mozartfests hält Perlen der Kammermusik bereit und dazu Mozarts Oper „Le nozze di Figaro“.

Heute, 19.30 Uhr, stehen jedoch erst einmal die mehrfach als Nachwuchskünstler ausgezeichneten Musiker des Notos Quartetts im Jagdsaal, welche als eine „der herausragenden Kammermusikformationen der Gegenwart“ gilt (Fono Forum 9/2017). Publikum wie Kritiker bewundern neben der „virtuosen Brillanz und technischen Perfektion“ des Ensembles besonders den „Sinn für die Balance und das Zusammenspiel, welcher jedes Detail der Komposition hörbar macht“, wobei es „die Zuhörer mit den innig gespielten Tönen direkt ins Herz trifft“. Die in Schwetzingen zu hörenden Werke scheinen dem Ensemble auf den Leib geschrieben zu sein. Nach Schuberts sensiblem Adagio und Rondo concertante erklingt Mozarts Es-Dur-Quartett, das leider zu Unrecht im Schatten seines berühmten g-Moll-Quartetts steht. Das romantisch expressive Werk entstand im Jahre des „Figaro“ (1786) und umgarnt den Zuhörer mit seinen schwärmerischen Melodien. Der musikalische Abend schließt mit dem g-Moll-Quartett von Johannes Brahms, dem Inbegriff romantischer Klavierquartettliteratur, dessen zweiter Satz sich durch eine unbeschreibliche Zartheit und Innigkeit auszeichnet.

Wenn Gefühl und Verstand, Komik und stille Tragik aufeinandertreffen, dann steht Wolfgang Amadeus Mozarts Opera buffa „Le Nozze di Figaro“ auf dem Spielplan, so am morgigen Samstag in der Inszenierung des Landestheaters Coburg im Rokokotheater. Gleich mit ihrem ersten gemeinsamen Werk haben Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte einen Meilenstein der Operngeschichte geschaffen. Von Mozart selbst stammte die Idee, aus Beaumarchais’ Verwechslungskomödie „La folle journée ou la mariage de Figaro“ eine Oper zu machen; und das, obwohl dieses Werk aufgrund seiner gesellschaftspolitischen Sprengkraft in Wien nicht gespielt werden durfte.

Nikolaus Friedrich mit dabei

Am Sonntag, 11 Uhr, wird Mozart in das Spannungsfeld zeitgenössischer Musik gestellt. Eingebettet zwischen einem frühen und einem späten Streichquartett von Mozart, kommt „Suara-Suara“ für Bassettklarinette (auch Bb-Klarinette) und Streichquartett von Dieter Mack zur Uraufführung – eine Auftragskomposition der Mozartgesellschaft. Der Komponist schreibt hierzu: „Die Kombination eines historischen Instruments, der Bassettklarinette, mit einem der zentralen Genres der Musikgeschichte seit etwa 1700, dem Streichquartett, löst Fragen aus. Behandelt man das Zusatzinstrument solistisch, greift man eventuell auf Mozart zurück.“

Seit einigen Jahren ist es Tradition, dass der Klarinettist Nikolaus Friedrich, der zugleich Künstlerischer Leiter der Mozartgesellschaft Schwetzingen ist, zusammen mit einer Quartettformation die Uraufführung gestaltet – diesmal ist es das grandiose Vogler-Quartett. zg

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