Schwetzingen

Umzugspläne Im Frühjahr 2022 soll alles fertig sein / Ideale Verkehrsanbindung gibt den Ausschlag

Sparkasse baut in der Bahnstadt neue Zentrale

Archivartikel

Region.„Mit der neuen Zentrale setzt die Sparkasse Heidelberg – gerade auch in anspruchsvollen Zeiten – ein eindeutiges Zeichen für Heidelberg und die gesamte Region“, sagt der Heidelberger OB und Aufsichtsratsvorsitzende Eckart Würzner zu den Plänen, die Hauptstelle aus der innenstadtnahen Kurfürstenanlage in die neue Bahnstadt zu verlegen. Gestern gaben die Vorstände Rainer Arens, Thomas Lorenz und Stefan Beismann bekannt, dass man im Frühjahr 2022 im neuen Gebäude Eröffnung feiern möchte.

„Bei einem immer härter werdenden Wettbewerb innerhalb der Finanzwirtschaft, bei fortschreitenden digitalen Herausforderungen und regulatorischen Bestimmungen, gilt es, auch die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern, um ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region bleiben zu können“, sagt Vorstandschef Rainer Arens am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch. Hier stünden in erster Linie die Qualität der angebotenen Leistungen für die Kunden, die Modernität und Erreichbarkeit, aber auch die Attraktivität als bedeutender Arbeitgeber für die Mitarbeiter im Vordergrund.

Bauantrag ist schon durch

Und die bietet das bisherige Haus in der Kurfürstenanlage, das vor 60 Jahren gebaut wurde, auch nach den zurückliegenden Sanierungen nicht mehr, das wurde deutlich. Seit zehn Jahren schaue man sich deshalb nach einer Lösung um und die habe man nun gefunden. Die Verträge sind unterzeichnet, der Bauantrag genehmigt. Im Unterschied zu bisher wird die Sparkasse das neue Gebäude nicht selbst errichten, sondern durch die Gustav-Zech-Stiftung aus Bremen bauen lassen, um sich dann mit einem langfristigen Mietvertrag zu binden. „Die Sparkasse Heidelberg wird Leasingnehmer eines modernen, zweckdienlichen Gebäudes auf dem Baufeld B 2.2 am Hauptbahnhof – auf der Südseite, dort wo dann auch die überdachte Brücke enden wird, die an die heutige Bahnüberführung angebaut wird. Sie mündet direkt in die Arkaden des neuen Hauses am künftigen Europaplatz, das die Sparkasse beherbergen wird“, erklärt Vorstandsmitglied Thomas Lorenz.

Dort wird dann auf 16 700 Quadratmetern Platz für alle kundenorientierten Bereiche sein, aber auch für die Stabsabteilungen und den Vorstand, eventuell sogar in einem zweiten Schritt fürs Back-Office, das bisher in der Dischinger Straße untergebracht ist und dort Buchungsvorgänge und Anfragen bearbeitet. Es könnte auch sein, dass rund 3000 Quadratmeter Bürofläche an Dritte weitervermietet werden. Das wird man dann je nach Größe und Erfordernissen entscheiden, hieß es. Derzeit hat man neben der Hauptstelle in der Kurfürstenanlage sechs Objekte angemietet. Mit der Zentralisierung erhofft sich der Vorstand mehr Effizienz.

Vorstandsmitglied Stefan Beismann betont aber, dass dies keine Auswirkungen auf die Filialdirektionen draußen habe: „Dort werden weiterhin alle Ansprechpartner im Marktbereich verfügbar sein. Es werden auch keine Filialen in der Stadt Heidelberg geschlossen.“ Bei einer Neuprojektierung der heutigen Hauptstelle werde man darauf Wert legen, selbst wieder mit einer Filiale oder einem Beratungszentrum nahe der Innenstadt vertreten zu sein.

Der Verwaltungsrat des Hauses habe sich intensiv mit dieser Thematik auseinandergesetzt und nach eingehender Prüfung einem Standortwechsel zugestimmt. Oberbürgermeister Eckart Würzner hierzu: „Die neue Hauptstelle wird nicht nur alle zeitgemäßen Voraussetzungen für eine optimale Kundenbetreuung erfüllen, sondern darüber hinaus zum zentralen sowie verkehrstechnisch günstig gelegenen Standort für alle Kundengruppen – mit adäquaten Beratungsbereichen sowie eigener Filiale und SB-Center. Die direkte Lage am Heidelberger Hauptbahnhof bietet eine perfekte Anbindung an den Personennahverkehr über S-Bahn, Straßenbahn, Deutsche Bahn, Bus und auch das ausgebaute Radwegenetz.“

Passivhausstandard versprochen

Rainer Arens bestätigt dann noch, dass das geplante Gebäude über ein modernes und klimafreundliches Energiekonzept mit Passivhausstandard verfügen und einen positiven Beitrag zur Gesamtenergiebilanz der Sparkasse Heidelberg leisten solle. Die Gesamtfläche im neuen Zentralgebäude ermögliche eine Bündelung der Stabs- und Betriebsbereiche, die bislang auf verschiedene Standorte verteilt seien. Die damit geschaffene räumliche Nähe sowie weitere Effizienzsteigerungen durch digitalisierte Prozesse und Abläufe werden die Dienstleistungsqualität auch aller Filialen und SB-Center in der Region unterstützen.

Das Areal in der Kurfürstenanlage ist ja ein innerstädtisches Filetstück, das sicherlich großes Entwicklungspotenzial zum Wohnen und Arbeiten hätte. Das Gebäude selbst ist im Besitz der Sparkasse, die nach dem Umzug einen Abriss anstrebt und bis dahin Projekte von Interessenten prüfen will. Auch die Tiefgarage gleich nebenan ist ja zumindest im gemeinsamen Besitz der Sparkasse und der benachbarten Genossenschaftsbank, so dass sich Möglichkeiten bieten, das gesamte Areal neu zu bebauen.

Aber jetzt müssen die Banker mit dem roten S erst einmal den Neubau und den Umzug meistern.

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