Schwetzingen

Gemeinderat Vertrag für Gebäude zur Anschlussunterbringung von Asylbewerbern bis 2025 / Rückkehr nach Sanierung im September

Stadt mietet „Atlanta“ weitere fünf Jahre

Archivartikel

Die Stadt wird den Mietvertrag für das Hotel „Atlanta“ für weitere fünf Jahre bis zum 30. Juni 2025 verlängern. Seit September 2017 nutzt sie das Gebäude in der Robert Bosch-Straße zur Anschlussunterbringung von Asylbewerbern. Der ursprüngliche Mietvertrag laufe am 30. September ab, informierte Oberbürgermeister Dr. René Pöltl in der kurzen Gemeinderatssitzung vom Mittwoch (wir berichteten).

Seit einem Brand im August des vergangenen Jahres ist das Hotel nicht mehr nutzbar. Zwischenzeitlich hätten Gespräche mit den Eigentümern und dem Badischen Gemeinde-Versicherungsverband (BGV) über die Schadensabwicklung und den Wiederaufbau stattgefunden. Herausgekommen sei eine Auszahlungssumme durch den BGV in Höhe von insgesamt 325 000 Euro. Davon in Abzug gebracht werden etwa 177 000 Euro für Sofortmaßnahmen durch einen Brandsanierer sowie rund 27 000 Euro für überzählige Mietzahlungen für den Zeitraum August und September 2019. In Summe verbleibe ein Auszahlungsbetrag in Höhe von rund 121 000 Euro, der der Eigentümerfamilie zur Wiederherstellung des Gebäudes zur Verfügung gestellt werde. Sobald das Baurechtsamt das vorgelegte Brandschutzkonzept genehmigt, könne mit dem Wiederaufbau begonnen werden. Einen Zeitpunkt für den Einzug Wiederaufnahme des Betriebs konnte der OB zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlässlich nennen. „Ziel ist jedoch die Wiederöffnung im September 2020,“ signalisierte Bürgermeister Matthias Steffan.

Die Flüchtlinge kamen nach dem Brand als Notunterbringung zuerst ins Heidelberger Patrick Henry Village, ab Ende Oktober 2019 dann in die ehemaligen Tompkins Kaserne im Norden Schwetzingens. Die Kosten hierfür belaufen sich im Jahr 2020 auf etwa 20 000 Euro, teilte die Verwaltung mit. Seit dem 1. Februar würden dien die Flüchtlinge in einer von der Stadt angemieteten Gemeinschaftsunterkunft in Hockenheim wohnen – dafür muss die Stadt rund 17 000 Euro im Monat zahlen.

Durch die seit dem Brand am 23. August 2019 bis zum 30. April 2020 nicht angefallenen Mietkosten für das Hotel „Atlanta“ in Höhe von 114 000 Euro können diese entstandenen über- und außerplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 104 000 Euro gedeckt werden. Finanziell sei also alles im grünen Bereich. Für die Haushaltsjahre 2021 bis 2025 sollen Mietkosten für das ehemalige Hotel Atlanta jeweils in Höhe von 400 000 Euro eingeplant werden.

Auch für Obdachlose nutzbar

„Wir sind froh, dass wir dieses Gebäude haben, das jetzt auch in technisch besserem Zustand ist“, betonte Dr. René Pöltl. Dies auch, weil man davon ausgehen müsse, dass die Flüchtlingszahlen noch einige Zeit auf einem konstant hohen Niveau bleiben werden. Sollte dies auf Dauer nicht so sein, dürfe das „Atlanta“-Gebäude auch für die Unterbringung von Obdachlosen genutzt werden, erklärte der Oberbürgermeister auf eine Frage von Werner Zieger (Die Linke). ali/zg

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