Schwetzingen

Stopp – jetzt ist mal Pause

Archivartikel

Seit einigen Jahren hängt das Plakat mit dem Eisbär schon an meinem Kleiderschrank. Es war damals im ersten Türchen meines Adventskalenders. In verschnörkelten Buchstaben steht darauf: „Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“ Astrid Lindgren hat recht: jetzt mal Stopp. Pause.

Achtsam zu sein und sich bewusste Pausen zu nehmen finde ich eigentlich gut. Dennoch vernachlässige ich das alles sofort, sobald ich viel zu tun habe. Also genau dann, wenn ich den Ausgleich eigentlich am dringendsten bräuchte. Eine kurze Auszeit ohne Handy und Input von außen ist sehr wertvoll, das kennen Sie bestimmt auch.

Aber ganz ehrlich: Für mich ein seltener Moment. Dabei bin ich selbst daran Schuld. Wenn ich wollte, könnte ich mir öfter solche Pausen nehmen. Stattdessen schaue ich ständig aufs Handy, beantworte Nachrichten meiner Freunde, scrolle durch eine Flut an Bildern auf Instagram und lese mich auf Twitter in den neuesten Shitstorm ein, der scheinbar gestern ausgebrochen ist. Warum eigentlich?

Mich stattdessen auf eine Matte zu setzen und eine halbe Stunde nur auf meinen Atem zu konzentrieren, scheint mir zu aufwendig. Ja, das klingt absolut widersprüchlich, denn eigentlich dient das ja der Entspannung. Genau diese Momente sollten uns im stressigen Alltag den nötigen Ausgleich und die Kraft geben. Doch nicht jeder kann bei Yoga die Seele baumeln lassen. Manchen mögen aktive Entschleunigung. Sei es bei einem Spaziergang durch den Wald oder einer Radtour durch die Felder: Im Grünen die Akkus auf zu laden, die warmen Sonnenstrahlen auf der Haut spüren, das Vogelgezwitschern bewusst wahrnehmen und die frische Luft genießen – das tut einfach gut. Ganz simpel eigentlich – und vielleicht gerade deshalb so wirkungsvoll.

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional