Schwetzingen

Kurt-Waibel-Schule Erlös vom „Sozialen Tag“ gespendet

Straßenkinder profitieren

Die Aula der Kurt-Waibel-Schule war bis auf den letzten Platz besetzt, als nach der Begrüßung von Rektorin Elke Rohr die Schülersprecher Annalena, Elias, Fabio und Jannick einen kurzen Überblick davon gaben, mit welchen Arbeitsaktivitäten sie und ihre Mitschüler am „Sozialen Tag“ ihrer Schule beschäftigt waren. „Am Sozialen Tag tauschen wir immer einen Tag lang unsere Schulbank mit einem Arbeitsplatz und verdienen Geld, das für einen guten Zweck gespendet wird“, sagte Fabio.

Annalena, Elias und Jannick ergänzten die Ansprache mit einigen praktischen Beispielen ihrer Tätigkeiten. „Ich war einen halben Tag lang im Seniorenzentrum, gab einigen gehandicapten Bewohnern Hilfestellungen beim Essen und half bei einer anschließenden Bastelstunde mit“, berichtete Annalena. Andere Schüler machten sich im Freizeitbad Bellamar nützlich, sorgten in der Gelateria für Nachschub an der Eistheke, oder schnitten bei Privatpersonen Hecken und Bäume.

Auch die Entscheidung, dass ihr erzielter Arbeitslohn der Organisation „Zaza Faly“ zugute kommen soll, trafen die Jugendlichen selbst. Diese Organisation wurde schon im Jahr 1994 gegründet und unterstützt extrem notleidende Straßenkinder in der afrikanischen Inselrepublik Madagaskar.

Schlimme Zustände

Als offizieller Vertreter von „Zaza Faly“ war Bernhard Bender aus Ohlsbach bei Offenburg gekommen um den Spendenbetrag von 615 Euro im Empfang zu nehmen und den Kurt-Waibel-Schülern sein herzliches „Dankeschön“ auszusprechen. Mitgebracht hatte er einen kleinen Filmbeitrag, wie auch etliche Bilder um zu zeigen wie schlimm die Zustände dort sind. Über 30 000 wohnsitzlose Kinder leben ohne Familienanschluss in Madagaskar auf der Straße, sind vollkommen auf sich selbst gestellt und übernachten in Hauseingängen, Parks, in Höhlen, Packkartons oder unter Planen neben Müllkippen.

„Zaza Faly“ ist wie eine Sozialstation für die Kinder. Sie bekommen dort warme Mahlzeiten, Kleidung, werden ärztlich versorgt und können Alphabetisierungsklassen besuchen um danach auch die Möglichkeit zu haben eine Regelschule zu besuchen. Teil des wohltätigen Kinderhilfeprojektes sind auch zwei Ausbildungswerkstätten. Mädchen lernen dort nähen, stricken und weben, und die Jungs werden in Schreinertätigkeiten eingeführt.

Genauso erschüttert wie die Schüler hinsichtlich der Lebensumstände der madagassischen Straßenkinder war auch Oberbürgermeister Dr. René Pöltl, der regelmäßig zu den Spendenübergaben von sozialen Tagen in die Kurt-Waibel-Schule kommt. „Ihr habt wieder Großartiges geleistet, wir sind alle richtig stolz auf euch“, lobte er. Auch mit wenig Aufwand könne man relativ viel helfen und speziell Unterstützung für solche bitterarmen Kinder sei mehr als wichtig.

So verdeutlichte Bernd Becker, dass es mit diesen 615 Euro möglich sein wird, einen ganzen Monat lang die beiden genannten Ausbildungsstätten mit fast 30 Kindern komplett zu betreiben und sie dazu noch mit Essen zu versorgen. rie

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